Vernehmlassung zum elektronischen Rechtsverkehr beginnt

12. November 2020 um 16:29
image

Der Bundesrat will eine zentrale Justiz-Plattform bauen und hat neben einem Gesetz bereits Kosten und Einnahmequellen im Visier.

Wie soll in der Schweiz künftig der elektronische Rechtsverkehr abgewickelt werden? Über eine zentrale Plattform, schlägt der Bund vor, und schickt ein Bundesgesetz in die Vernehmlassung.
"Elektronischer Rechtsverkehr" meint den Datenaustausch aller Parteien in einem Justizverfahren, also auch diejenige von Gerichten, Staatsanwaltschaften und Justizvollzugsbehörden von Bund und Kantonen.
Entsprechend soll nach Einführung des Gesetzes eine "hochsichere Plattform" gebaut werden, welche die Justiz-Profis obligatorisch nutzen sollen und auch Private nutzen können.
Obwohl erst die rechtliche Grundlage in die Vernehmlassung geht, hat das zuständige Bundesamt für Justiz schon eine Kostenschätzung für den Bau, die Einführung und den Betrieb in den ersten 8 Jahren: 50 Millionen Franken sollen diese betragen. Und finanziert werden soll die Plattform von Bund und Kantonen gemeinsam.
Einnahmequellen, ein grobes Pricing und Marketingargumente hat das Bundesamt auch schon in petto. "Für die Nutzung der Plattform sollen die Behörden eine Gebühr bezahlen, die sie auf die Nutzerinnen und Nutzer überwälzen können. Bereits mit einem tiefen zweistelligen Frankenbetrag pro Verfahren lassen sich die jährlichen Betriebs- und Weiterentwicklungskosten decken. Ausserdem werden mit dem elektronischen Rechtsverkehr Kosten wie Post- und Kopiergebühren eingespart."
Im grösseren Rahmen anzusiedeln ist die Plattform beim Projekt Justitia 4.0, das von den Eidgenössischen Gerichten und den kantonalen Straf- und Justizvollzugsbehörden angestossen wurde.
Die Vernehmlassung dauert bis am 26. Februar 2021. Etwas über eine Woche danach wird dann über eine zentrale Frage abgestimmt werden – am 7. März 2021 über das E-ID-Gesetz. Ob die vorgeschlagene Plattform bei einem Volks-Veto umsetzbar wäre, wird sich dann weisen.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Aufspaltung der Firmenkundensparte von Swisscom

Der Konzern überführt KI-Beratung und Software in die Tochter Swisscom Digital Technology. Das restliche B2B-Geschäft bleibt bei Swisscom Business Customers. Ein Stellenabbau ist möglich.

publiziert am 30.10.2026
image

Ob- und Nidwaldner ILZ darf mehr Gewinn erwirtschaften

Nach Nidwalden stimmte auch der Kantonsrat Obwalden einer neuen Regelung für das gemeinsame Informatikleistungszentrum zu.

publiziert am 30.10.2026
imageAbo

Metanet räumt Supportprobleme ein

Beim Schweizer Hosting-Anbieter Metanet häufen sich erneut Beschwerden. Das Unternehmen bestätigt Bearbeitungsrückstände und kündigt Verbesserungen an.

publiziert am 29.10.2026 1
image

Bern beantragt 3,4 Millionen Franken für Rettungs-IT

Schutz und Rettung Bern überführt seine Bürokommunikation schrittweise in die städtische IT-Umgebung. Gleichzeitig soll ein neuer Vertrag mit der Kantonspolizei den Betrieb der mobilen Informatikinfrastruktur bis 2030 sichern.

publiziert am 29.10.2026