"Von den Behörden wird mehr Digitalisierung gewünscht"

26. November 2021 um 14:04
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Eine Umfrage zeigt, welche E-Portale und APIs sich Firmen und Private wünschen. Der Abteilungsleiter Digitale Schweiz, Thomas Gutekunst, zieht im Gespräch eine erste Bilanz.

Welche Behördenleistungen sollen digitalisiert werden und sind für die digitale Transformation wichtig? Dieser Frage ist der Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (DTI) mit einer Umfrage nachgegangen. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Aber erste Einblicke in die Ergebnisse gab es von Thomas Gutekunst, Leiter der Abteilung Digitale Schweiz des Bereichs DTI der Bundeskanzlei.
Ziel der Onlineumfrage sei es gewesen, eine Aussensicht auf die Fragen zu erhalten. Erfreulich sei, so Gutekunst im Gespräch mit inside-it.ch, dass es über 700 Rückmeldungen gegeben habe. Rund zwei Drittel stammen von Einzelpersonen, der Rest von Unternehmen respektive Vertretern aus Bildung und Forschung.

Behördenportale und APIs sind nicht dasselbe

Man könne unterscheiden zwischen Schnittstellen im Sinne von Onlineportalen und Schnittstellen von Maschine zu Maschine, sprich APIs. Während letztere bei Privatpersonen weniger im Zentrum stehen, seien diese von Unternehmen in mehreren Bereichen genannt worden. Eine Direktanbindung der eigenen Systeme an die Behördensysteme werde von Firmen beispielsweise gewünscht, wenn es um die Themen Sozialversicherungen, Handelsregister oder Steuern gehe.
Bei den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger stehen Themen im Vordergrund, die in der Regel einen Behördengang oder Briefpost mit sich bringen. Dazu gehören laut Gutekunst Registerleistungen wie Zivilstandsänderungen sowie die Möglichkeit, einen Pass oder Führerausweis zu bestellen.

Transformation, nicht nur Digitalisierung

Klar sei, von den Behörden werde deutlich mehr Digitalisierung gewünscht. Das digitale Angebot auszubauen, sei auch ein Ziel der Bundesverwaltung.
Für eine sinnvolle Transformation sei wichtig, so Gutekunst im Gespräch, dass nicht nur ein bestehender Papierprozess digitalisiert wird, sondern Prozesse von Grund auf überdacht und auf den Kunden ausgerichtet werden. Es sollen nicht nur Arbeiten wie die Eingabe von Informationen in einem Portal an den Kunden übertragen werden. Die Anwender sollen aus dem Service auch einen Nutzen ziehen können.
Ein Beispiel sei Swisstopo: Das Bundesamt für Landestopografie stelle Kartenmaterial online zur Verfügung. Anwender könnten diese Informationen via APIs abrufen, und so in eigene Anwendungen integrieren.
Ein anderes Beispiel sei der Zoll. Hier läuft mit dem Programm DaziT derzeit ein umfangreiches Transformationsprojekt, um sämtliche Zoll-, Abgaben- und Kontrollprozesse zu vereinfachen und durchgängig zu digitalisieren. Eine Reihe von Applikationen ist in diesem Rahmen bereits eingeführt worden. Dazu gehören eine App, die es Privatpersonen ermöglicht, Waren einzuführen und anfallende Abgaben per Smartphone zu bezahlen, oder eine Applikation für Spediteure für die automatische Aktivierung von Zollanmeldungen.

Der Leidensdruck beim Bund ist gestiegen

Die 1990er lassen grüssen, war unser Kommentar zur Ankündigung der Umfrage. Schnittstellen kennt man schliesslich doch schon seit einigen Jahren beziehungsweise Jahrzehnten. 
Er wolle nicht nach hinten blicken, so Gutekunst im Gespräch. In der Schweiz würden Behördenkontakte vergleichsweise gut funktionieren. Vielleicht sei – gerade auch im Vergleich mit der Privatwirtschaft – der Leidensdruck aber etwas gestiegen.
Viele Bereiche seien historisch gewachsen und würden separat laufen. Wenn Systeme erneuert werden, ergebe sich somit die Gelegenheit, Schnittstellen zu exponieren. Dabei gebe es eine Reihe von Verwaltungseinheiten, die das Thema angehen. Die Arbeit gelinge nur gemeinsam. Der Bund wolle das Thema vorantreiben und DTI verstehe sich dabei als Katalysator. 

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