Die Übernahme von Hitachi Global Storage (HGST) beziehungsweise Viviti Technologies durch Western Digital (WD) ist am 8. März 2012 für 3,9 Milliarden Dollar in bar und 25 Millionen Aktienanteile im Wert von 900 Millionen Dollar abgeschlossen worden. Beide Unternehmen treten mit eigenem Produktportfolio und Markennamen nach aussen hin aber weiter als Konkurrenten auf.
Beobachter glauben, dass dies eine Massnahme ist, um Bedenken vonseiten der Kartellwächter zu zerstreuen. Andere Auflagen wie der von der EU verlangte Verkauf der 3,5-Zoll-Produktion gilt es noch zu erfüllen. Und das, obwohl in dem Festplattenmarkt vorher schon oligopolistische, ja fast monopolistische Verhältnisse herrschten, was unter anderem auch zu der immensen Verknappung in Folge der Fluten in Thailand geführt hat.
Nachdem sich Seagate im Vorjahr die HDD-Sparte von Samsung einverleibt hat, sind nunmehr zusammen mit Toshiba nur noch drei namhafte Hersteller übrig. Bei Desktop-HDDs sind sogar nur noch zwei Hersteller übriggeblieben, weil WD für Toshiba fertigt. Die US-Handelskommission FTC hat daher Anfang der Woche die Forderung bekräftigt, dass WD die OEM-Produktion veräussern muss. Hitachi selbst hat das HDD-Geschäft einst von IBM übernommen. HGST hat sich erst kurz vor der Übernahme durch WD zu Viviti Technologies umfirmiert.
Hitachi hält nach Übernahme von Viviti Technologies (ehemals HGST) nur zehn Prozent der Stammaktien von WD. Finanziert werden die Barmittel von 3,9 Milliarden Dollar zum Grossteil über Kredite. 2011 kamen WD und HGST zusammen auf einen Jahresumsatz von etwa 15 Milliarden Dollar, womit eine Rückzahlung der Bankdarlehen kein Problem sein dürfte. Durch die Akquisition sieht sich WD für die Zukunft zudem gut gerüstet und baut dabei unter anderem auch auf margenträchtige Produkte wie Enterprise-SSDs und Hybrid-Festplatten für Notebooks. (kh)