Weitere Millionen für ASALfutur und eine 30-jährige Geschichte

26. November 2021 um 15:51
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Um mit dem Projekt ASALfutur eine 30 Jahre alte Software "vollständig" abzulösen, sieht sich das Seco gezwungen, erneut einen Auftrag freihändig zu vergeben. Begünstigter ist Kofax.

Seit knapp 10 Jahren will das Seco die Prozesse rund um die Auszahlungsgesuche für Arbeitslosenentschädigungen digitalisieren. Das Projekt startete unter dem Namen ASALneu im Jahr 2013, welches damals ohne Ausschreibung an CSC vergeben worden ist. Ziel war und ist es nach wie vor, die sich seit 1993 im Einsatz befindenden IT-Systeme abzulösen, über die jährlich rund fünf Milliarden Franken an Arbeitslose ausbezahlt werden.
Anfang 2017 wurde ASALneu beerdigt und unter dem Namen ASALfutur neu lanciert. Diesmal wurde der Auftrag ausgeschrieben: Den Job mit einem Gesamtvolumen von bis zu 108 Millionen Franken erhielt die Firma Novo BC aus Bern.

"ASALfutur könnte die Beteiligten überfordern"

Nachdem das Seco im Juli 2018 weitere Aufträge für total 33,5 Millionen Franken ausschrieb, die für "verschiedene laufende und geplante Projekte, darunter auch ASALfutur" eingesetzt werden sollten, prüfte die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK die Governance bei der Arbeitslosen­versicherung. Sie wünschte sich Kosteneinsparungen und eine digitale Vision. Und die EFK kam Ende 2018 zum Schluss: "ASALfutur könnte die Beteiligten überfordern."

"Weitere freihändige Vergabe unerlässlich"

Am Freitag hat das Seco weitere 4,8 Millionen in einem freihändigen Verfahren an Kofax vergeben. Im Zuschlag begründet die Behörde: "Den Zuschlag erhält die Firma Kofax, da aus Gründen der technischen Besonderheit und des Schutzes geistigen Eigentums nur dieses Unternehmen in Frage kommt und keine angemessene Alternative gegeben ist."
Aus diesem Grund könne bis zur vollständigen Einführung von ASALfutur im Jahre 2023 kein Ablösungsprojekt für diese Softwarelösung gestartet werden. Ausserdem wäre ein Produktwechsel zum heutigen Zeitpunkt mit unangemessenen Kosten, Bindung von Ressourcen und vor allem grossen Risiken für die Erbringung des gesetzlichen Auftrags der Bedarfsstelle verbunden. "Angesichts der zeitlichen Verzögerung ist eine weitere freihändige Vergabe für die Übergangszeit unerlässlich", schreibt das Seco im Zuschlag.

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