Im letzten November
berichteten wir, dass die Internet Society die Registry, welche für die Verwaltung der für Non-Profit-Organisationen reservierten .org-Domain zuständig ist, an ein privates, profitorientiertes Investmentunternehmen verkauft hat. Der Verkauf war aber anscheinend noch nicht so endgültig, wie wir das damals dachten. Denn die Internet-Aufsichtsorganisation ICANN hat noch ein Wörtchen mitzureden. Sie könnte den Handel unterbinden oder Auflagen machen, um eine Kommerzialisierung der .org-Domain zu verhindern.
Hunderte von Non-Profit-Organisationen, von Pfadfinderinnen über Greenpeace bis zur Maria-DB-Stiftung, haben den Deal zwischen der Internet Society und dem Investmentunternehmen Ethos Capital bereits kritisiert. Sie rechnen damit, dass Ethos die Preise für Domain-Registrierungen und -Verlängerungen erhöhen oder bei der Security sparen könnte. Befürchtet wird auch, dass Ethos Überwachung oder Zensur von .org-Sites zulassen würde.
Nun haben sich die Wikimedia Foundation und andere Internetgrössen zusammengetan, um den Druck auf die ICANN zu erhöhen. Wie
'Reuters' berichtet, haben sie eine Kooperative gegründet und hoffen, dass die ICANN dieser Kooperative einige Kompetenzen bei der Verwaltung der .org-Domain zuschanzt.
Dabei geht es der Kooperative laut 'Reuters' nicht darum, selbst die komplette Verwaltung zu übernehmen. Aber sie möchte bei der Security- und Performance-Überwachung mitreden und sicherstellen, dass .org-Domains nicht zensuriert werden.
Die Wikimedia Foundation ist die Muttergesellschaft von Wikipedia, der weltweit am häufigsten besuchten .org-Website.
Die ICANN hat gemäss 'Reuters' bis Ende Januar Zeit, um den Deal zwischen ISOC und Ethos zu genehmigen, zu verbieten oder weitere Fragen zu stellen.