Die Onlinebörse für Geschäftskontakte Xing (ehemals OpenBC) strebt an die Börse. Der IPO an der Frankfurter Börse könnte bereits in der ersten Dezemberhälfte Wirklichkeit werden. Wie es sich gehört, wird im Vorfeld das eigene Licht, respektive der eigene Wert mitnichten unter den Scheffel gestellt. Grosse Fondsgesellschaften hätten Interesse gezeigt, sagte Xing-Chef Lars Hinrich der 'Financial Times Deutschland'. Er wolle die Fondsgesellschaften gerne am Börsengang beteiligen, das ginge aber nur bei einem Ausgabevolumen von über 100 Millionen Euro.
Da Xing einen Viertel bis 49 Prozent der Aktien an die Börse bringen will, bedeutet dies, dass Xing heute den eigenen Wert mit mehreren Hundert Millionen Euro einschätzt. Nicht schlecht für eine Firma, die letztes Jahr gerade mal sechs (6) Millionen Euro Umsatz machte.
Xing hat nicht allzu viele Möglichkeiten, Umsatz und Gewinn hoch genug zu treiben, um einen derart hohen Börsenwert zu rechtfertigen. Zur Zeit hat Xing etwa 1,5 Millionen Mitglieder, wovon aber nur ein Teil einen geringen Betrag von 17,85 Euro pro Quartal als "Premium-Mitglied" bezahlt. Xing müsste also die Zahl der bezahlenden Mitglieder um ein Vielfaches steigern und dabei kulturelle Grenzen überspringen (zur Zeit ist die Plattform noch DACH-lastig) oder sich dann neue Einnahmequellen wie etwa bezahlte Werbung erschliessen. Letzteres würde aber dem Geschäftsmodell eines "privaten" und ungestörten Raums zur Kontakt-Findung und -Pflege widersprechen. (hc)