Sponsored

Zahlt der KI-Agent, wird die Betrugsabwehr blind

image

KI-Agenten suchen, vergleichen und bezahlen, ganz ohne menschliches Zutun. Für Kund:innen bequem, für Banken eine Herausforderung: Ihre Betrugserkennung achtet auch darauf, wie Menschen tippen, wischen oder zögern. Fallen diese Signale weg, droht die Betrugsabwehr blind zu werden.

Stel­len Sie sich den ers­ten Streit­fall vor, den heu­te noch kein Sys­tem sau­ber klä­ren kann. Ei­ne Kun­din hat ih­rem KI-Agen­ten er­laubt, Rei­sen zu bu­chen. Der Agent bucht ei­nen Flug. Die Kun­din be­strei­tet die Be­las­tung, die­sen Flug ha­be sie nie ge­wollt. Die Bank sucht nach den üb­li­chen Be­le­gen: von wel­chem Ge­rät die Trans­ak­ti­on kam, wie sich die Kun­din durch den Check­out be­wegt hat, ob das Mus­ter zu ih­rem bis­he­ri­gen Ver­hal­ten passt. Kei­ner die­ser Be­le­ge exis­tiert. Zwi­schen Kun­din und Zah­lung stand ei­ne Ma­schi­ne.
Die­ses Sze­na­rio ist nä­her, als es scheint. Die Kar­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen ver­öf­fent­li­chen Spe­zi­fi­ka­tio­nen für agen­ten­ge­steu­er­te Zah­lun­gen, gros­se Com­mer­ce-Platt­for­men tes­ten au­to­no­me Kauf­pro­zes­se, und ers­te In­sti­tu­te in der Schweiz ha­ben be­reits agen­ti­sche Trans­ak­tio­nen durch­ge­führt. Der Streit­fall kommt. Of­fen ist, ob die Sys­te­me, die ihn klä­ren müss­ten, über­haupt et­was se­hen.
Be­trugs­er­ken­nung wur­de für Men­schen ge­baut
Mo­der­ne Be­trugs­prä­ven­ti­on liest Ver­hal­ten. Sie misst, wie schnell und mit wel­chem Druck je­mand tippt, wie ei­ne Hand das Smart­pho­ne hält, wel­chen Weg der Cur­sor über ei­ne Sei­te nimmt, aus wel­chem Netz­werk und von wel­chem Ge­rät ei­ne Zah­lung kommt. Aus Tau­sen­den sol­cher Si­gna­le ent­steht ein Ri­si­ko-Score. Er ent­schei­det, ob ei­ne Trans­ak­ti­on durch­geht, ei­ne zu­sätz­li­che Be­stä­ti­gung braucht oder ge­stoppt wird. Das funk­tio­niert, weil Men­schen Ge­wohn­hei­ten ha­ben, die sich nur schwer imi­tie­ren las­sen.
Ein KI-Agent hat kei­ne die­ser Ge­wohn­hei­ten. Er tippt nicht, er zö­gert nicht, er hält kein Smart­pho­ne. Er läuft als Pro­zess auf Ser­ver- oder Cloud-In­fra­struk­tur und löst die Zah­lung über ei­ne Schnitt­stel­le aus. Für die Be­trugs­er­ken­nung sieht das aus wie ei­ne Trans­ak­ti­on oh­ne je­den mensch­li­chen Kon­text. Ge­nau die Si­gna­le, auf die das Sys­tem sein Ur­teil stützt, feh­len.
«Die klas­si­schen Be­trugs­si­gna­le wur­den für mensch­li­ches Ver­hal­ten ent­wi­ckelt und nicht für ei­nen Agen­ten, der über Cloud-In­fra­struk­tur han­delt. Wir prü­fen des­halb nicht mehr, wie sich je­mand ver­hält. Wir prü­fen, ob hin­ter der Trans­ak­ti­on ei­ne le­gi­ti­me De­le­ga­ti­on steht.» Aleksan­dar Ni­kov, Chief In­no­va­ti­on Of­fi­cer, G+D Net­ce­te­ra
Das grös­se­re Ri­si­ko ist die Tar­nung
Ein to­ter Win­kel al­lein wä­re be­herrsch­bar. Man könn­te agen­ti­sche Zah­lun­gen stren­ger prü­fen oder si­cher­heits­hal­ber öf­ter ei­ne Be­stä­ti­gung ver­lan­gen. Das ei­gent­li­che Pro­blem liegt tie­fer. Wenn le­gi­ti­me Agen­ten­zah­lun­gen kei­nen mensch­li­chen Kon­text mehr mit­brin­gen, wird der feh­len­de Kon­text zum Nor­mal­zu­stand. Wer ei­ne be­trü­ge­ri­sche Trans­ak­ti­on als Agen­ten­zah­lung tarnt, muss sich nicht mehr im Rau­schen ver­ste­cken. Die Trans­ak­ti­on sieht schlicht aus wie der er­war­te­te Fall.
Da­mit ver­schiebt sich die Auf­ga­be. Zu klä­ren ist, ob der aus­lö­sen­de Agent über­haupt be­rech­tigt ist, im Na­men die­ser Kun­din zu han­deln, und ob er sich in­ner­halb der Gren­zen be­wegt, die sie ge­setzt hat. Ver­hal­tens­ana­ly­se be­ant­wor­tet die­se Fra­ge nicht. Da­für braucht es ei­ne an­de­re Grund­la­ge.
Nicht wie be­zahlt wird, son­dern wer be­zah­len darf
Ein neu­es Zah­lungs­sys­tem braucht es da­für nicht. Die Ant­wort liegt in der In­fra­struk­tur, die seit Jah­ren un­ter je­der di­gi­ta­len Zah­lung liegt. To­ke­ni­sie­rung trennt die Kar­ten­da­ten von der Trans­ak­ti­on. Star­ke Au­then­ti­fi­zie­rung und 3-D Se­cu­re bin­den ei­ne Zah­lung an ei­ne ve­ri­fi­zier­te Iden­ti­tät. Die­se Bau­stei­ne müs­sen künf­tig ei­ne zu­sätz­li­che In­for­ma­ti­on trans­por­tie­ren: dass hier ein Agent han­delt, wer ihn be­auf­tragt hat und in­ner­halb wel­cher Gren­zen. Aus ei­ner ein­ma­li­gen Zah­lungs­frei­ga­be wird ei­ne nach­voll­zieh­ba­re Be­zie­hung zwi­schen Kund:in, Agent und Bank.
Für die Bank-IT er­ge­ben sich dar­aus ganz kon­kre­te Fra­gen. Er­kennt die Au­to­ri­sie­rung, dass ei­ne Zah­lung von ei­nem Agen­ten stammt, und zwar nicht erst im Nach­hin­ein? Las­sen sich Li­mi­ten pro Agent fest­le­gen, al­so Be­trag, Händ­ler­ka­te­go­rie und Gül­tig­keit? Wird fest­ge­hal­ten, wann und mit wel­chen Rech­ten Kund:in­nen ei­nen Agen­ten ein­ge­rich­tet ha­ben, da­mit ein spä­te­rer Streit­fall über­haupt ent­scheid­bar bleibt? Und un­ter­schei­det die Be­trugs­prä­ven­ti­on zwi­schen ei­ner as­sis­tier­ten und ei­ner voll­au­to­ma­ti­sier­ten Zah­lung? Wer die­se Fra­gen heu­te nicht be­ant­wor­ten kann, hat ei­ne of­fe­ne Flan­ke, so­bald die ers­te Wel­le agen­ti­scher Zah­lun­gen an­kommt.
Die Ant­wort liegt im Zu­sam­men­spiel
G+D Net­ce­te­ra baut ge­nau die­se Ebe­ne: Be­trugs­prä­ven­ti­on, 3-D Se­cu­re für Is­suing und Ac­qui­ring so­wie di­gi­ta­le Iden­ti­tät, die zu­sam­men­wir­ken, statt ne­ben­ein­an­der zu ste­hen. Das ist kei­ne neue Ka­te­go­rie. Es ist die be­ste­hen­de In­fra­struk­tur, er­wei­tert um die Fä­hig­keit, ei­nen Agen­ten als das zu be­han­deln, was er ist: ei­ne de­le­gier­te, be­grenz­te Voll­macht. Ent­schei­dend ist we­ni­ger das ein­zel­ne Pro­dukt als die Fra­ge, ob Zah­lung, Au­then­ti­fi­zie­rung und Iden­ti­tät die­sel­be Be­rech­ti­gung prü­fen kön­nen.
Agen­ti­sche Zah­lun­gen wer­den kom­men. Für Ban­ken stellt sich da­mit ei­ne neue Fra­ge: Wie lässt sich ei­ne Zah­lung als si­cher ein­stu­fen, wenn kein Mensch mehr selbst be­zahlt? Die Ant­wort liegt nicht mehr al­lein im Ver­hal­ten, son­dern im Nach­weis, dass der KI-Agent tat­säch­lich han­deln darf. Wer da­für heu­te die rich­ti­gen Grund­la­gen schafft, ver­hin­dert mor­gen Si­cher­heits­lü­cken und teu­re Streit­fäl­le.

ie Vertrauen und Sicherheit den KI-Einsatz tragen, lesen Sie hier.

Loading

Mehr zum Thema

image

Neue Vertriebsleitung von Seeburger Schweiz

Das Softwareunternehmen verstärkt seine Präsenz im Schweizer Markt mit einem eigenen Vertriebsleiter. Den Job übernimmt Elias Remele.

publiziert am 1.10.2026
image

e-ID Schweiz: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Mit der staat­li­chen e-ID er­hal­ten in der Schweiz an­säs­si­ge Per­so­nen ab 2027 ei­ne si­che­re di­gi­ta­le Iden­ti­tät. Für Un­ter­neh­men bie­tet sie neue Mög­lich­kei­ten, Kun­din­nen und Kun­den di­gi­tal zu iden­ti­fi­zie­ren, bei­spiels­wei­se bei Kon­to­er­öff­nun­gen, Al­ters­nach­wei­sen oder Adres­sän­de­run­gen.

image

Swico verabschiedet Vckovski und begrüsst Noser

An der Generalversammlung hat der Branchenverband Swico das Vorstandsmitglied Andrej Vckovski verabschiedet und Remo Noser neu in den Vorstand gewählt.

publiziert am 22.5.2026
image

Baselland Transport kauft das Mobility-Geschäft von G+D Netcetera

Das ÖV-Unternehmen übernimmt damit die Netcetera-Lösungen Flow und Routerank.

publiziert am 20.3.2026