Yahoo – Die Braut, die sich nicht traut

11. Februar 2008 um 11:39
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Will sie wirklich nicht, oder geht es nur um den Brautpreis?

Will sie wirklich nicht, oder geht es nur um den Brautpreis?
Es ist Microsofts zweiter Anlauf, Yahoo zu übernehmen, und erneut ziert sich die so umworbene Braut. Mangels harter Fakten gab es in den vergangenen Tagen reichlich Analysen über die Vor- und Nachteile der geplanten Fusion samt Argumenten, warum sie grandios scheitern oder ultimativ gelingen müsste.
Fakt ist, dass das ursprüngliche Angebot von umgerechnet 31 US-Dollar, durch die Verluste der Microsoft-Aktien in den letzten Tagen heute nur noch rund 29 US-Dollar wert ist. Sollten sich die beiden Unternehmen einig werden, könnte sich dies auch wieder ändern.
Fakt ist auch, dass Yahoo-Gründer und Wieder-CEO Jerry Yang, nach einer Meldung von 'Timesonline' das Microsoft-Angebot heute offiziell zurückweisen wird, weil der Vorstand jedes Angebot unter 40 US-Dollar als generell zu niedrig erachtet. Stattdessen würde Yahoo erneut ausloten, ob ein Zusammenschluss mit AOL nicht die Rettung vor der Übernahme bieten würde. Allerdings waren frühere Gespräche der beiden Unternehmen an den unterschiedlichen Einschätzungen der Unternehmenswerte gescheitert. Da Yang seinen Aktionären wohl nur schwerlich klar machen könnte, warum er von Microsoft ein Angebot von mehr als 40 US-Dollar erwartet, um sich dann mit einer schlechteren Bewertung bei einer Fusion mit AOL zufrieden zu geben, bleibt abzuwarten, ob AOL sich auf einen solchen Deal einlassen wird. Die Yahoo-Aktie lag letztmals im Januar 2006 über 40 US-Dollar.
Immer wieder als Weissen Ritter ins Spiel gebracht, bleibt dem Konkurrenten Google nur die Option, abzuwarten. Da helfen auch alle Hilfszusagen von Eric Schmidt, dem Goggle-Chef, nicht weiter. Microsoft hätte mit dem Kartellrecht eine wirksame Waffe in den Händen, sollte Google versuchen, seine dominante Stellung bei den Suchmaschinen und den Online-Anzeigen durch eine Intervention zu erhalten. Allerdings hält das Unternehmen auch einen 5-Prozent-Anteil an AOL und könnte sein Gewicht zumindest bei diesen Gesprächen in die Waagschale werfen.
Schlussendlich sollte man bei all den Überlegungen den menschlichen Faktor nicht aus den Augen verlieren. An der Spitze von Yahoo steht mit Jerry Yang der Firmengründer und niemand gibt sein Lebenswerk so einfach auf. Eine Entscheidung ,die umso schwerer fallen dürfte, als das ein Unternehmen mit einer so gänzlich anderen Firmenkultur der Käufer wäre. (Thomas Mironiuk)

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