Zwiespältige Haltung zu Softwaretests

22. August 2008 um 10:06
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Unternehmen finden Softwaretests wichtig, haben aber die Kosten nicht im Griff.

Unternehmen finden Softwaretests wichtig, haben aber die Kosten nicht im Griff.
Das Beratungshaus Pierre Audoin Consultants (PAC) hat in zwölf europäischen Ländern, darunter auch die Schweiz, sowie in Südafrika, eine Untersuchung zur Haltung von Unternehmen zum Testen von Software während der Entwicklung durchgeführt.
PAC-Analystin Kerstin Dirtheuer erklärt zu diesem Thema: "Zunehmend industrialisierte Prozesse der IT-Produktion führen dazu, dass es immer mehr spezialisierte Mitarbeiter für die Qualitätssicherung gibt. Darüber hinaus erhöht Testen die Wirtschaftlichkeit der Software-Produktion. Denn die Kosten für nachträgliches Ausbessern von Software sind signifikant höher als die Ausgaben für solide und frühzeitige Testaktivitäten."
Testen senkt Kosten, glauben auch Unternehmen
Die Ergebnisse der Umfrage, an der sich 1030 Unternehmen beteiligten, weisen darauf hin, dass eine Mehrheit durchaus mit dieser Aussage einig geht. 33 Prozent erklärten, dass Testen eine entscheidende Investition ins Produkt sei. 17 Prozent meinten, dass Testen die Wirtschaftlichkeit der Produktion erhöhe und 15 Prozent, dass Testwerkzeuge einen echten Mehrwert bringen. Nur 9 Prozent fanden, dass testen lediglich ein "notwendiges Übel" sei.
Eine grosse Mehrheit bejahte zudem, dass mangelhafte Softwaretests einen direkten Einfluss auf die Kosten des Unternehmens hätten: 44 Prozent schätzen diesen Einfluss als "sehr hoch" ein und 35 Prozent als "ziemlich hoch".
Trotzdem scheint ein grosser Teil Befragten nicht zu wissen, wie gross der Anteil der Testkosten an den Entwicklungskosten in ihrem Unternehmen ist, beziehungsweise wie viel in diesen wichtigen Entwicklungsaspekt tatsächlich investiert wird. Zwar erklärten 38 Prozent, dass Testkosten immer und weitere 28 Prozent, dass dieser Aufwand zumindest manchmal als separater Budgetposten ausgewiesen werde. Aber zwei Drittel aller Befragten konnte trotzdem keine Angaben über den Anteil von Testkosten an Projektkosten machen.
Zukunftsinvestitionen
Die Unternehmen wurden auch dazu befragt, wie sie gegenwärtig das Testen handhaben, und was sie für die Zukunft planen. Heute überwiegt noch die Handhabung im eigenen Unternehmen. Zwei Drittel erledigen alle Testaufgaben In-House, 30 Prozent beauftragen zumindest teilweise externe Tester. Allerdings glaubt rund ein Drittel, dass sie in Zukunft mehr Geld für externe Tester aufwenden werden.
Etwas über 20 Prozent der befragten Unternehmen plant zudem in den nächsten Jahren grössere Investitionen in Werkzeuge zur Testautomatisierung. Hinzu kommen noch 17 Prozent, die zumindest geringe Investitionen planen. Bei den heute eingesetzten Werkzeugen ist die Marktlandschaft noch äusserst divers, keiner der grossen Softwarehersteller kommt auf einen mehr als einstelligen Marktanteil. Am häufigsten als Testwerkzeug genannt wurde Excel (7 Prozent) vor Compuware (6 Prozent), IBM Rational (6 Prozent), HP Mercury (5 Prozent), Borland/Segue (3 Prozent) SQS (2 Prozent) und Empirix (1 Prozent). (Hans Jörg Maron)

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