Das US-Unternehmen Proofpoint übernimmt die deutsche Firma Hornetsecurity, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heisst. Der Abschluss der Übernahme wird für die zweite Jahreshälfte 2025 erwartet, finanzielle Details werden nicht genannt. Gegenüber
'Golem' bestätigte Hornetsecurity aber, dass der Kaufpreis weit über einer Milliarde US-Dollar liege.
Hornetsecurity mit Hauptsitz in Hannover wurde 2007 gegründet. Die Firma ist auf cloudbasierte und KI-unterstützte Sicherheitsdienste spezialisiert. Der Fokus liegt vor allem auf Sicherheits-, Datenschutz-, Compliance- und Awareness-Services für Microsoft 365. Laut Mitteilung betreut Hornetsecurity mehr als 12'000 Managed Service Provider und 125'000 KMU, vorwiegend in Europa. Damit würden über 160 Millionen US-Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen erwirtschaftet.
Fokus auf MSP und KMU
Sumit Dhawan, CEO von Proofpoint, sagt in der Mitteilung: "Mit der Übernahme von Hornetsecurity erweitern wir unsere branchenführende, menschenzentrierte Sicherheitsplattform, um die besonderen Bedürfnisse von MSP und KMU besser zu erfüllen. Wir freuen uns darauf, unsere Investitionen in den europäischen Märkten im Rahmen unserer globalen Wachstumsstrategie zu vertiefen."
Daniel Hofmann, Gründer und CEO von Hornetsecurity, ergänzt: "Durch den Zusammenschluss können wir unsere Partner und Kunden besser bedienen und den Schutz global ausweiten, um MSP weltweit dabei zu helfen, die Mitarbeitenden, Daten und Abläufe ihrer Kunden zu schützen." Das bisherige Management-Team bleibe nach dem Abschluss des Deals in seinen Positionen.
Kritik aus der Branche
Der Kauf ist die grösste Übernahme in der Geschichte von Proofpoint. Das Cybersecurity-Unternehmen aus Sunnyvale, Kalifornien, wurde
im April 2021 selbst für 12,3 Milliarden Dollar durch die Private-Equity-Firma Thoma Bravo übernommen.
Dass Hornetsecurity in die USA verkauft wird, stösst in der Branche auch auf Kritik. In einer Stellungnahme schreibt Martin Hager, CEO des deutschen Software-Anbieters Retarus: "Gerade jetzt, wo Europa dringend seine technologische Unabhängigkeit stärken muss, handeln europäische Unternehmen fahrlässig, kritische Infrastruktur in die Hände von Anbietern zu legen, die einer immer unberechenbareren US-Politik unterworfen sind." Die angekündigte Übernahme zeige, "dass auch im Bereich E-Mail Security digitale Souveränität kein politisches Buzzword, sondern eine operative Notwendigkeit ist".