Qualcomm hat eine Vereinbarung zur Übernahme des KI-Software-Startups Modular getroffen. Wie der US-Chipkonzern mitteilt, soll die Plattform des Unternehmens die Entwicklung und den Betrieb von generativer und agentischer KI über unterschiedliche Hardware-Umgebungen hinweg vereinfachen – von Edge-Geräten bis hin zu Rechenzentren.
Die Übernahme erfolge als Aktientausch. Qualcomm will dabei laut der Nachrichtenagentur '
Reuters' (Paywall) bis zu 19,2 Millionen eigene Aktien an die Anteilseigner von Modular ausgeben. Der Transaktionswert liege bei rund 3,92 Milliarden US-Dollar, basierend auf der aktuellen Börsenbewertung von Qualcomm. Zum tatsächlichen Kaufpreis äussert sich Qualcomm nicht.
Strategischer Ausbau im KI-Markt
Modular entwickelt gemäss Mitteilung eine KI-native Softwareplattform, die Modelle auf unterschiedlichen Chip-Architekturen ausführen kann, ohne dass diese für jede Hardware neu angepasst werden müssen. Dazu gehören CPUs, GPUs, NPUs sowie spezialisierte KI-Beschleuniger. Ziel sei eine einheitliche Software-Schicht, die KI-Workloads über verschiedene Systeme hinweg effizient ausführen und damit Entwicklungs- und Betriebskosten reduzieren kann.
Mit der Transaktion baue Qualcomm seine Aktivitäten über das klassische Halbleitergeschäft hinaus aus und stärke seine Position im Markt für KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Das Unternehmen setzt dabei laut Eigenbeschrieb zunehmend auf den wachsenden Bedarf am Betrieb von KI-Modellen in produktiven Umgebungen als zentralen Wachstumstreiber.
"Diese Übernahme markiert einen entscheidenden Moment nicht nur für Qualcomm, sondern für die gesamte KI-Branche", sagt Cristiano Amon, Präsident und CEO von Qualcomm, über den Zukauf. "Wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft entwicklerfreundlichen, horizontalen Plattformen gehört, die in unterschiedlichen Rechenumgebungen eingesetzt werden können und den Kundinnen und Kunden echte Wahlmöglichkeiten bieten, wie und wo sie KI einsetzen." Mit Modular sei Qualcomm "das nächste Kapitel der KI voranzutreiben", fügt er hinzu.
Die Transaktion mit Modular soll in der zweiten Hälfte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.