135'200 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte (EAG) haben die Swico- und SENS-Recyclingbetriebe im letzten Jahr verarbeitet. Das sind 2% mehr als im Vorjahr. Besonders deutlich falle der Zuwachs bei den Elektrogross- und -kleingeräten aus, schreibt Swico in seinem aktuellen Recycling-Fachbericht. Beide Kategorien legten im Vergleich zu 2023 um jeweils 8% zu.
Im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklung ist die Menge an verarbeiteten Kühl-, Gefrier- und Klimageräten im Jahr 2024 um 8% zurückgegangen. In dieser Kategorie verbleibt das Niveau aber seit rund zehn Jahren stabil. Einen Rückgang verzeichneten die Recyclingbetriebe auch bei den Elektronikgeräten, wo die Menge um 3% zurückging.
Rückgewinnung von Wertstoffen
Durch die Verarbeitung der zurückgegebenen Geräte können Wertstoffe gewonnen werden. Den grössten Anteil nehmen mit 50% Eisenmetalle ein, die in der Schweiz oder der EU weiterverarbeitet werden.
Dahinter folgen Kunststoff-Metall-Gemische, die weiter getrennt werden müssen, und Nichteisen-Metalle. Gemischte Fraktionen gelangen laut der Mitteilung teilweise direkt in die thermische Verwertung, wobei dieser Anteil dank neuer Verarbeitungsmöglichkeiten kontinuierlich abnimmt.
Etwa 1,6% der Rückgewinnungsmenge machen die besonders wertvollen Leiterplatten aus, schreibt Swico. Daneben finden sich Glasfraktionen, Kabel und Batterien, die ebenfalls in speziellen Verfahren – oft innerhalb der EU – weiterverarbeitet werden.
Pilotprojekt ReUse
Mit der schrittweisen Umsetzung der Initiative "Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken" hat der Bundesrat Grundlagen geschaffen, um die Kreislaufwirtschaft weiter auszubauen. Mit dem Projekt ReUse hat Swico getestet, ob sich neben den Abgabestellen für das Recycling auch Sammelstellen für wiederverwendbare Geräte umsetzen lassen.
Über einen Zeitraum von einem Jahr wurden an zwölf Sammelstellen in der Deutsch- und Westschweiz neben den regulären Recyclingbehältern separate ReUse-Behälter für Mobiltelefone, Laptops und Tablets aufgestellt. Die Geräte wurden anschliessend durch eine Prüfstelle auf ihre Wiederverwendbarkeit getestet.
Eine Analyse der so zurückgegebenen Geräte zeigt laut Swico, dass zwischen 7 und 19% der über den ReUse-Kanal gesammelten Geräte für eine Wiederverwendung geeignet gewesen wären. Besonders hoch lag die Quote bei Laptops.
Die überwiegende Anzahl der Geräte bleibt also nicht wiederverwendbar. Häufig waren sie zu alt, beschädigt oder durch Cloud-Sperren blockiert. Besonders bei Smartphones wurde die Wiederverwendbarkeit durch die Konsumenten oft überschätzt.
Grundsätzlich sieht Swico eine positive Bilanz aus dem ReUse-Projekt. Die logistischen Abläufe hätten gut funktioniert. Eine Skalierung der Prozesse wäre machbar. Der Entscheid über das weitere Vorgehen sei aber noch nicht gefällt worden.