Russland beschliesst Software-Embargo

5. April 2022, 11:00
image
Foto: Markus Spiske / Unsplash

Seit Ende März ist der Kauf von ausländischer Software in Russland bewilligungspflichtig und ab 2025 ganz verboten. Will Putin die Sanktionen der grossen Techanbieter kaschieren?

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Kauf von ausländischer Software für kritische Infrastrukturprojekte per sofort verboten. Betroffen sind Branchen wie das Gesundheitswesen, die Fertigungsindustrie, Kommunikation, Energie oder der Finanzsektor. Organisationen und Behörden müssen während gut drei Jahren eine Bewilligung einholen, wenn sie dies doch tun möchten. Ab dem 1. Januar 2025 gilt das Verbot dann ausnahmslos für sämtliche Behörden und Organisationen, wie 'The Register' berichtet. Betreiber kritischer Infrastruktur müssen also bis spätestens zu diesem Zeitpunkt auf russische Software umgestiegen sein.
image
Quelle: Nexta TV / Twitter
Das Ziel ist offensichtlich: Putin will die technologische Unabhängigkeit Russlands fördern; mutmasslich auch zu Propagandazwecken. Denn: Praktisch alle grossen internationalen Software-Lieferanten haben ohnehin entschieden, ihre Produkte nicht mehr in Russland anzubieten. Mit dem Verbot kann der Kriegstreiber im Inland den Anschein erwecken, er habe den Software-Bann erwirkt und nicht umgekehrt.
Die von Putin am 30. März unterzeichnete Verordnung trägt laut 'The Register' den Titel "Über Massnahmen zur Gewährleistung der technologischen Unabhängigkeit und Sicherheit der kritischen Informationsinfrastruktur der Russischen Föderation". Darin soll Putin seine Regierung auffordern, eine Gruppe zu bilden, die sich auf Entwicklung, Produktion und Wartung vertrauenswürdiger Software und Hardware für kritische Infrastrukturprojekte konzentriert.

Loading

Mehr zum Thema

image

EU wirft wohl einen Blick auf VMware-Übernahme

Befürchtet wird eine eingehende Prüfung durch die Wettbewerbshüter, die den 69-Milliarden-Deal stark verzögern könnte.

publiziert am 24.6.2022
image

E-Umzug soll in allen Berner Gemeinden eingeführt werden

Nach einem Pilot zieht der Kanton Bern eine positive Bilanz: In allen Gemeinden soll die An- und Abmeldung bald auch auf digitalem Wege möglich sein.

publiziert am 24.6.2022
image

EJPD hat sich Java-Entwickler ausgewählt

Die 5 Anbieter, die den IT-Dienstleister des Departements von Karin Keller-Sutter bei der Java-Entwicklung von Individualsoftware unterstützen werden, sind gefunden.

publiziert am 24.6.2022
image

Zürich: "Schweizerische oder europäische Clouds sind zu bevorzugen"

Richtlinien des Kantons zeigen, was bei der Auswahl und der Nutzung von Cloud-Diensten zu berücksichtigen ist.

publiziert am 24.6.2022