Online-Meldungen über ein mögliches Kundendatenleck bei Salt zwangen den Telekomanbieter, der Sache auf die Spur zu gehen. Der Zugriff auf die Salt-Systeme konnte laut dem Unternehmen ausgeschlossen werden. Ende letzter Woche informierte Salt jedoch seine Kundinnen und Kunden in einer E-Mail über Hinweise auf eine missbräuchliche Nutzung eines bestehenden Zugangs zu einem peripheren System. Die betroffenen Zugänge seien gesichert und die Sicherheitsmassnahmen gestärkt worden.
In der Mitteilung erklärt das Unternehmen, dass das ausgenutzte periphere System nur begrenzten Zugriff auf Salt-Daten hat. Deshalb seien sensible Informationen wie Passwörter, Bank- oder Kundenverlaufsdaten nicht betroffen. Dennoch könnten Vor- und Nachname, Postadresse, Mobiltelefonnummer, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse abgeflossen sein.
Vorsicht bei Kontaktaufnahmen
Kundinnen und Kunden sollen deshalb gemäss Mitteilung besonders bei Kontaktaufnahmen, in denen die betroffenen Daten verwendet werden, aufmerksam sein. Ausserdem betont der Telco: "Salt oder unsere Partner werden Sie niemals per E-Mail, SMS oder Telefon dazu auffordern, ein Passwort, Bankdaten oder andere vertrauliche Informationen bekannt zu geben."
Der Schutz der Kundendaten habe bei Salt höchste Priorität. Aus diesem Grund investiere das Unternehmen in die Systemsicherheit, verstärke Erkennungs- und Schutzmechanismen und überprüfe laufend seine Prozesse und Zugriffskontrollen.
Verdacht seit August
Bereits Ende August entdeckte das Darkweb-Team der Security-Firma SOCRadar einen Post in einem Hackerforum. Darin wurde eine mutmassliche Datenbank von Salt Mobile mit mehr als 1,09 Millionen Einträgen zum Verkauf angeboten. Laut dem Hacker sollen die Datensätze unter anderem Namen, Geburtsdaten, vollständige Adressen, E-Mail-Adressen sowie Telefonnummern enthalten.
Gemäss SOCRadar könnten die Daten ein erhebliches Risiko darstellen. Personenbezogene Daten aus dem Telekommunikationsbereich würden von Cyberkriminellen für SIM-Swap-Versuche, Identitätsbetrug, gezieltes Phishing und Identitätsdiebstahl genutzt.