SBB vergeben IT-Aufträge für über 1,1 Milliarden Franken extern

30. Mai 2025 um 07:00
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Foto: Pascal Meier / Unsplash

Die Bundesbahnen brauchen in den nächsten fünf Jahren grosse Unterstützung im Bereich der Applikationsentwicklung, -wartung und -support. Das kostet viel Geld.

Die IT-Abteilung der Schwei­ze­ri­schen Bundesbahnen (SBB) spielt eine entscheidende Rolle bei der Digitalisierung des Unternehmens. Dabei ist die Bahn aber immer auch auf externe IT-Dienstleister ange­wiesen. Aufgrund von aus­laufenden Verträgen haben die SBB nach Unterstützung im Bereich der Applikationsentwicklung, -wartung und -support gesucht.
Derzeit verfügen die SBB über zwölf Rahmenvertragspartner und zwei externe Shoring-Standorte im europäischen Ausland. In einer Ausschreibung wurden neue Rahmenvertragspartner für die nächsten fünf Jahre gesucht. Sie sollen künftig für die Entwicklung von Individualsoftware inklusive Wartung, Support und Rufbereitschaft zuständig sein.
In Los 1 wurden zwölf Dienstleister für "Leistungen vor Ort" gefunden. Zusätzlich dazu wurden in Los 2 zwei weitere Anbieter auserkoren, die auch Nearshoring-Leistungen für die SBB erbringen sollen. Die Preisspanne der eingereichten Angebote in Los 1 reichte von 908 Millionen bis rund 1,1 Milliarden Franken. In Los 2 betrug sie zwischen 71 Millionen und 92 Millionen Franken.
Dabei handelt es sich allerdings um ein Maximalvolumen, die Verträge beinhalten keine Abnahmepflicht seitens der SBB. Der Preis orientiert sich an den Kosten der letzten Jahre, wie die Bahn gegenüber inside-it.ch erklärt. In die Gesamtsumme wurde zudem eine allfällige Teuerungsrate und eine potentielle moderate Steigerung der Nachfrage miteinbezogen.

Die Zuschlagsempfänger

In Los 1 gingen insgesamt 16 Offerten ein. Zuschläge erhalten haben Adesso Schweiz, Akros, Elca, Erni Schweiz, die Fincons Group, Orange Business Digital Switzerland, Sopra Steria, Swisscom, Ti&m, Unisys, Wavestone Consulting und Zühlke Engineering. Vorerst leer ausgegangen sind hingegen Accenture, Adnovum, Ergon Informatik und IBM Schweiz. Sie haben lediglich die Option auf einen Zuschlag erhalten.
Die Zuschläge für den Nearshoring-Auftrag in Los 2 wurden an die Fincons Group und Sopra Steria vergeben. Für diese Ausschreibung gingen insgesamt fünf Angebote ein. Vorerst nicht berücksichtigt wurden Accenture, Adesso und IBM Schweiz. Auch für diese drei Anbieter halten sich die SBB die Option auf einen möglichen Zuschlag offen. Mit den Gewinnern der Ausschreibung schliessen die SBB einen Rahmenvertrag ab.

Vielfältiger Entwicklungsstack

Je nach Anforderung kann die Bahn bei den Zuschlagsempfängern verschiedene Leistungen abrufen. Gemäss den Ausschreibungsunterlagen umfassen die abgeschlossenen Rahmenverträge unter anderem Einzelverträge in Form von Personalverleihverträgen, Aufträge für Leistungen ohne Ergebnisverantwortung und Werkverträge für Leistungen mit Ergebnisverantwortung.
Dabei dürften die verschiedenen Aufträge ziemlich divers sein, denn der Entwicklungsstack der SBB deckt zahlreiche standardisierte Technologien ab. Laut eigenen Angaben zählen unter anderem Kubernetes, Java, Spring Boots, PostgreSQL, Angular, Typescript, iOS, Android, Flutter, Openshift, Linux OS sowie diverse Services von Microsoft Azure und AWS Cloud dazu. Zudem kommen zahlreiche Produkte von Servicenow zum Einsatz.

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