Schleswig-Holstein nimmt Abschied von Microsoft

8. Januar 2026 um 14:22
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Digitalminister Dirk Schrödter. Foto: Schleswig-Holstein / Frank Peter

Das norddeutsche Bundesland hat in seiner Verwaltung Microsoft Office weitestgehend durch Libreoffice ersetzt und die elektronischen Postfächer in Open-Xchange verlagert.

Das Bundesland Schleswig-Holstein kommt mit der Ablösung von Microsoft-Programmen offenbar voran. Wie der Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (CDU) der 'Deutschen Presse-Agentur' sagte, setze die Verwaltung grossflächig auf das quelloffene Libreoffice als Standard-Bürosoftware. Zuletzt sei das Mailsystem der Landesverwaltung vollständig umgestellt worden.
Der Minister ist sich dabei durchaus bewusst, dass die Umstellung für die Mitarbeitenden der Landesverwaltung auch eine Herausforderung ist. Mit dem Wechsel von Microsoft Exchange auf Open-Xchange seien 110 Millionen Kalendereinträge und E-Mails übertragen worden. Schrödter nennt dies "das komplette Arbeitsgedächtnis der Mitarbeitenden", das in ein neues System übertragen worden sei. Dass dies für die Mitarbeitenden nicht immer leicht ist, dafür habe er Verständnis, sagte er der Agentur.

Steuerverwaltung ist letzte Microsoft-Bastion

Auf nahezu 80% aller Arbeitsplätze über sämtliche Ressorts hinweg wird Schrödter zufolge mit Libreoffice gearbeitet. Hier seien Microsoft Office und Outlook bereits deinstalliert oder die Deinstallation stehe aktuell an. "Die Neu-Lizenzierungsrate liegt ohne Steuerverwaltung schon jetzt bei deutlich weniger als 10%", bilanziert der Digitalisierungsminister.
Etwa 20% der Arbeitsplätze in der Landesverwaltung seien aktuell in Teilbereichen weiter auf Microsoft Office angewiesen. Dies betreffe Bereiche, in denen Fachverfahren technische Abhängigkeiten von beispielsweise Excel oder Word bedingten. Das gelte auch für die Steuerverwaltung. Auch für diese Arbeitsplätze seien Migrationspfade verabredet. Hier werde die Integration einer Open-Source-Lösung in die bestehenden Fachverfahren vorangetrieben, um Microsoft Office abzulösen, führt Schrödter aus.

Millionen Lizenzkosten gespart

Die Abkehr von proprietärer Software lohnt sich laut dem Digitalisierungsminister auch finanziell. Die Landesverwaltung spare durch den Verzicht auf Microsoft und andere kommerzielle Anbieter schon jetzt mehr als 15 Millionen Euro an Lizenzkosten. Dem stünden im Jahr 2026 neun Millionen Euro an einmaligen Investitionen für die Migration und die Weiterentwicklung der Open-Source-Lösungen gegenüber, sagt Schrödter.
Im laufenden Jahr stehen in Schleswig-Holstein weitere Migrationsprojekte an. "Die Software Nextcloud wird Schritt für Schritt Microsoft Sharepoint als zentrale Plattform für Zusammenarbeit ablösen. Auch wird der Einsatz des Betriebssystems Linux als Alternative zu Windows weiter intensiv erprobt, kündigt der Minister an. Alle Vorhaben seien wichtige Bausteine auf dem Weg in die digitale Souveränität Schleswig-Holsteins.

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