Wie der Bundesrat mitteilt, hat die Anlaufstelle Datenökosystem Schweiz ihren Betrieb aufgenommen. Die Schweizer Regierung hatte die Bundeskanzlei im Dezember 2023 mit dem Aufbau dieser Stelle beauftragt. Betrieben wird sie von der Bundeskanzlei zusammen mit dem Bundesamt für Kommunikation, dem Bundesamt für Statistik und der Direktion für Völkerrecht.
Die Anlaufstelle soll einerseits Grundlagenarbeit im Bereich der vertrauenswürdigen Datenräume und das aus diesen Räumen bestehende Datenökosystem der Schweiz leisten. Dazu gehört beispielsweise die Erarbeitung eines gemeinsamen Regelwerks sowie die Sicherstellung der Zugänglichkeit und Interoperabilität der Räume.
Die Anlaufstelle soll zudem Datenraumprojekte in konzeptionellen, organisatorischen und rechtlichen Fragen beraten, die relevanten Akteure miteinander vernetzen und den Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern von Datenraumprojekten fördern. Damit schweizerische Datenräume auch mit europäischen und globalen Initiativen kompatibel sind, soll die Stelle mit internationalen Partnern und Organisationen zusammenarbeiten, beispielsweise dem deutschen Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik.
Datenräume sind Umgebungen für spezifische Themen oder Sektoren, in denen Unternehmen, Hochschulen, Behörden, Organisationen und Privatpersonen Daten sicher miteinander teilen können. Durch die Integration in ein Ökosystem soll darüber hinaus verhindert werden, dass die Daten in Silostrukturen nur für einen Bereich gebunden bleiben.
Im Aufbau befinden sich gegenwärtig unter anderem Datenraumprojekte im Bereich Gesundheit ("Digisanté"), im Tourismus ("Nationale Dateninfrastruktur für den Tourismus") und in der Landwirtschaft ("Agridata.ch"). In Planung ist ein Datenraum für Mobilität. Dort sollen Akteure des öffentlichen Verkehrs, des Individualverkehrs, des Gütertransports und Behörden Mobilitätsdaten austauschen können, damit beispielsweise Blaulichtorganisationen schneller vor Ort sein oder Spediteure ihre Routen besser planen können.