Schweizer Firmen nutzen digitale Souveränität vor allem defensiv

3. Juni 2026 um 13:17
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Illustration: Boston Consulting Group

Schweizer Unternehmen betrachten Investitionen in KI- und digitale Souveränität mehrheitlich als Absicherung gegen Risiken statt als Wettbewerbsvorteil.

Eine Mehrheit der Schweizer Unternehmen betrachtet Investitionen in KI- und Technologiesouveränität primär als Absicherung gegen Risiken. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor. Befragt wurden insgesamt 555 CEOs und Führungskräfte in europäischen Ländern, darunter 55 Unternehmen in der Schweiz mit mindestens 250 Mitarbeitenden.
69% der Schweizer Befragten sehen gemäss Studie Investitionen in digitale Souveränität vor allem als Vorsichtsmassnahme. 67% verbinden entsprechende Initiativen in erster Linie mit regulatorischen Anforderungen und Compliance. Demgegenüber würden lediglich 15% Souveränität derzeit als direkten Wettbewerbsvorteil betrachten. Die Studienautorinnen und -autoren sehen darin einen Hinweis darauf, dass Souveränität in vielen Unternehmen weiterhin eher als "Schutzschild" denn als "Schwert" verstanden werde.

Hohe Zuversicht bei KI-Investitionen

Gleichzeitig zeigen sich Schweizer Führungskräfte vergleichsweise selbstbewusst beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz. 76% geben an, sich bei strategischen KI-Investitionsentscheidungen sicher zu fühlen. Damit liegt die Schweiz europaweit auf dem zweiten Rang hinter den nordischen Ländern mit 84%.
Den Studienergebnissen zufolge besteht jedoch weiterhin eine Lücke zwischen strategischen Ambitionen und der praktischen Umsetzung entsprechender Vorhaben. Während auf C-Level zunehmend eine strategische Bedeutung von Souveränität formuliert werde, werde das Thema in der Umsetzung häufig weiterhin als Compliance- oder Regulierungsaufgabe behandelt.

Europäische Technologie gewinnt an Bedeutung

Über alle untersuchten Länder hinweg erwarten die Befragten zudem eine stärkere Ausrichtung auf europäische Technologieanbieter. Dies könnte laut Studie zu einer Verschiebung bisheriger Partnerschaften führen, die häufig von nordamerikanischen Anbietern geprägt sind. Auch Schweizer Unternehmen sehen diesen Trend.
Als zentrale Voraussetzungen für mehr technologische Souveränität nennt die BCG den Ausbau von Rechenkapazitäten und Dateninfrastrukturen, eine bessere Skalierbarkeit von KI-Anwendungen sowie innovationsfreundliche regulatorische Rahmenbedingungen. Für die Schweiz ergibt sich daraus laut Studie die Chance, sich als eigenständiger und souveräner Technologiestandort stärker zu positionieren.

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