Ransomware-Angriffe verursachen bei Schweizer Unternehmen zunehmend hohe Kosten. Laut einer von Sophos in Auftrag gegebenen Befragung lagen die durchschnittlichen Wiederherstellungskosten 2026 bei 2,21 Millionen US-Dollar – mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Gleichzeitig seien bei zwei Dritteln der Angriffe Daten verschlüsselt worden.
Für den "State of Ransomware Report" wurden zwischen Januar und März dieses Jahres insgesamt 2158 IT- und Cybersecurity-Verantwortliche aus Unternehmen mit 100 bis 5000 Mitarbeitenden befragt. 79 der Befragten stammen aus der Schweiz und waren in den vergangenen zwölf Monaten von einem Ransomware-Angriff betroffen.
Mehr Verschlüsselungen, höhere Lösegeldforderungen
Bei 66% der Schweizer Unternehmen führten Ransomware-Angriffe zur Verschlüsselung von Daten. Im Vorjahr lag dieser Anteil laut Sophos noch bei 53%. Damit liegt die Schweiz auch über dem internationalen Durchschnitt von 56%.
Auch die geforderten Lösegelder seien deutlich gestiegen. Die durchschnittliche Forderung belief sich in der Schweiz laut der Befragung auf 1,29 Millionen US-Dollar, gegenüber 328'748 US-Dollar im Vorjahr. Bei 63% der Fälle lag die Forderung bei mindestens einer Million US-Dollar.
60% der Schweizer Unternehmen, deren Daten verschlüsselt wurden, hätten das Lösegeld gezahlt und ihre Daten anschliessend zurück erhalten. Das entspreche einem Anstieg gegenüber den 54% des Vorjahres. Gleichzeitig konnten sämtliche befragten Schweizer Unternehmen, deren Daten verschlüsselt worden waren, ihre Daten wiederherstellen, wie es weiter im Bericht heisst.
E-Mail bleibt wichtiger Angriffsweg
Bei den technischen Ursachen waren laut Sophos schädliche E-Mails mit einem Anteil von 29% der häufigste genannte Angriffsweg. Darauf folgten kompromittierte Zugangsdaten mit 24% und ausgenutzte Schwachstellen mit 22%. Der Anteil der Angriffe über Schwachstellen sei damit gegenüber dem Vorjahr gesunken, als er noch bei 31% lag. Bei den operativen Ursachen nannten 44% der Befragten bekannte Sicherheitslücken. 43% führten einen Mangel an Personal oder Kapazitäten an, 38% fehlenden Schutz.
Erstmals wurde in der Befragung auch nach den konkreten Einstiegspunkten ausserhalb von E-Mail und Phishing gefragt. Am häufigsten wurden offengelegte Anwendungen und Systeme genannt (40%), gefolgt von Benutzergeräten (30%) und Firewalls (28%).
Wiederherstellung dauert teilweise Monate
Die finanziellen Folgen beschränken sich nicht auf Lösegeldzahlungen. Die durchschnittlichen Kosten für die Bereinigung und Wiederherstellung lagen in der Schweiz bei insgesamt 2,21 Millionen US-Dollar. Darin enthalten seien unter anderem Ausfallzeiten, Arbeitsaufwand sowie Kosten für Geräte und Netzwerke.
59% der befragten Unternehmen konnten ihre Systeme innerhalb einer Woche wiederherstellen. Bei 24% dauerte die Wiederherstellung hingegen eigenen Angaben nach zwischen einem und sechs Monaten. Dieser Anteil sei gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen: 2025 waren es noch 9%.
Backups spielten bei der Wiederherstellung eine wichtige Rolle. 77% der Schweizer Unternehmen gaben an, verschlüsselte Daten mithilfe von Sicherungskopien wiederhergestellt zu haben. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 56%.
Auch Identitäten im Fokus
58% der Schweizer Befragten bezeichneten den Ransomware-Vorfall als den bedeutendsten Identitätsangriff auf ihr Unternehmen. Damit weist der Report neben der Verschlüsselung von Daten auch auf die Bedeutung kompromittierter Identitäten und Zugangsdaten bei Ransomware-Angriffen hin. Bei 23% der Angriffe, bei denen Daten verschlüsselt wurden, kam es laut Befragung zusätzlich zu Datendiebstahl. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 10%.