Schweizer wollen KI als Co-Pilot, nicht als Chef

16. September 2025 um 09:18
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Foto: Hunters Race / Unsplash

Die Studie "KI-Agenten sind da – aber bitte nicht als Chef" von Workday zeigt, wie Schweizer Unternehmen KI-Agenten implementieren und was das bei Mitarbeitenden bewirkt.

Der Einsatz von KI-Agenten entwickelt sich in zunehmend von Pilotprojekten zu produktiven Anwendungen. Während generative KI-Modelle wie ChatGPT oder Copilot-Tools in vielen Unternehmen bereits Einzug gehalten haben, geht die nächste Entwicklungsstufe einen Schritt weiter: KI-Agenten, die nicht nur reagieren, sondern proaktiv Aufgaben übernehmen, Daten analysieren und Empfehlungen aussprechen.

KI ist "Co-Pilot" statt Führungskraft

Vier von fünf Schweizer Befragten fühlen sich wohl, wenn KI-Agenten ihre Arbeit unterstützen oder neue Fähigkeiten empfehlen. In dieser unterstützenden Rolle werden Agenten-Technologie also klar akzeptiert. Sobald es jedoch um Entscheidungs- und Führungsverantwortung geht, sinkt die Zustimmung: Nur 31% würden sich von einem KI-Agenten führen lassen. Besonders kritisch wird der verdeckte Einsatz beurteilt: Nur 33% fühlen sich wohl, wenn KI-Agenten im Hintergrund ohne ihr Wissen arbeiten – weltweit liegt dieser Wert sogar bei lediglich 24%.
Das zeigt für Unternehmen: Es gilt die Einsatzgebiete von KI-Agenten verantwortungsbewusst auszuwählen und ihre Rolle so zu definieren, dass das Arbeitsumfeld eindeutig den Menschen in den Mittelpunkt stellt. In einem neuen Arbeitsumfeld, in dem Menschen und Agenten zusammenarbeiten, werden dabei menschliche Skills wie Empathie und Kommunikation immer wichtiger.

Erfahrung als Vertrauensfaktor

Ein weiterer wichtiger Befund der Studie: Vertrauen wächst mit Erfahrung. Während 28% der Befragten KI-Agenten noch für überbewertet halten, ändert sich die Haltung mit zunehmender Nutzung drastisch. Global betrachtet trauen nur 36% der initialen Tester ihrem Unternehmen den verantwortungsvollen Umgang zu. Dieser Wert steigt jedoch signifikant bei mehr erfahrenen Nutzerinnen und Nutzern auf 95%.
Auch die Angst um den eigenen Arbeitsplatz ist geringer als häufig angenommen: Nur 7% der Schweizer Befragten fürchten, durch KI-Agenten ersetzt zu werden. Das legt nahe, dass die Akzeptanz durch praktische Anwendungsfälle steigt, die nicht Substitution, sondern Erweiterung der Arbeit in den Vordergrund stellen.

Menschenzentrierter Ansatz

Obwohl 93% von Effizienzgewinnen durch KI-Agenten überzeugt sind, bleiben Bedenken: 18% rechnen mit weniger menschlicher Interaktion, 38% befürchten, dass kritisches Denken an Bedeutung verliert. Nach wie vor nicht substituierbar sind derzeit nach wie vor rein menschliche Fähigkeiten, wie das Vermögen, komplexe Zusammenhänge zu hinterfragen, Alternativen abzuwägen und Entscheidungen im Kontext menschlicher Werte zu treffen.
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Der Autor Jens Löhmar ist CTO für Kontinentaleuropa und DACH bei Workday.

Für CIOs und IT-Leiter ergibt sich daraus die Aufgabe, KI-Agenten so zu implementieren, dass sie das kritische Denken unterstützen – nicht ersetzen. Dies gelingt etwa durch die Automatisierung von wiederkehrenden Standardaufgaben, während damit freiwerdende Zeit für strategische Planung genutzt wird.

Drei Handlungsfelder

Die Einführung von KI-Agenten stellt für Schweizer Unternehmen weit mehr als ein reines IT-Projekt dar. Sie ist eine strategische Transformationsaufgabe. Damit sich das Potenzial der Technologie entfalten kann, sind drei Handlungsfelder entscheidend:
  • Erstens müssen Unternehmen Transparenz sicherstellen, indem sie offenlegen, wann und wie Agenten eingesetzt werden, und indem Sie der Belegschaft nicht nur einzelne Anwendungsfälle und -schritte, sondern die Gesamtstrategie zum Einsatz von KI-Agenten vermitteln.
  • Zweitens gilt es, die Mitarbeitenden zu befähigen – durch gezielte Schulungen, klare Einsatzrichtlinien, das Ernstnehmen von Sorgen und die aktive Einbindung in den Gestaltungsprozess.
  • Drittens braucht es robuste Governance-Strukturen für eine verantwortungsvolle Nutzung von KI-Agenten. Diese müssen Datenschutz, ethische Leitplanken und menschliche Kontrollmechanismen gewährleisten. Dazu muss beispielsweise klar erkennbar sein, wie Unternehmen der potenziellen Voreingenommenheit von KI entgegenwirken und wo Human-in-the-Loop-Ansätze den Fokus auf den Menschen sicherstellen.
Nur durch dieses Zusammenspiel entsteht eine Arbeitsumgebung, in der KI-Agenten nicht als Ersatz, sondern als Verstärker menschlicher Fähigkeiten wirken. Das ist die Grundlage, damit sie langfristig die Produktivität steigern, sich individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter ergeben und zugleich das Vertrauen der Beschäftigten sichern können.
Interessenbindung: Der Artikel wird im Rahmen der Medienpartnerschaft zwischen Inside IT und dem Digital Business Transformation Forum publiziert.

Digital Business Transformation Forum 2025

Termin: Donnerstag, 2. Oktober, 9.00 – 15.45 Uhr
Location: Gottlieb Duttweiler Institute, Rüschlikon
Vollständiges Programm: online
Die Teilnahme ist kostenfrei und nur auf Einladung möglich. Voraussetzungen:
  • Sie nehmen in Ihrem Unternehmen die Position eines C-Level-Executives oder Head of IT/Digital/KI oder ähnliches ein.
  • Sie arbeiten nicht in einem IT-nahen, in einem Beratungs- oder ähnlichem Unternehmen (dafür steht Ihnen eine Partnerschaftsmöglichkeit offen).
Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es online.


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