Softwareone-Gründer beenden offizielle Zusammenarbeit mit Bain Capital

4. März 2024 um 14:07
letzte Aktualisierung: 5. März 2024 um 14:53
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Foto: Softwareone

Man wolle einen langwierigen Rechtsstreit verhindern, sagen die Gründer.

Die Softwareone-Gründer Daniel von Stockar, B. Curti Holding AG und René Gilli lösen die gemeinsam handelnde Aktionärsgruppe mit Bain Capital auf. Die Gruppe wurde im Juni 2023 bekannt, als Bain Capital zusammen mit den Gründeraktionären ein Übernahmeangebot für Softwareone vorlegte.
Mit der Ablehnung des letzten Angebots von Bain Capital im Januar 2024 sei klar, dass es unter den derzeitigen Umständen keine Aussicht auf eine Going-Private-Transaktion gebe, schreiben die Gründeraktionäre in einer Medien­mit­teilung. Sie planen aber weiterhin, einen Verkauf des Unternehmens anzustreben.
Sie werfen dem Verwaltungsrat im Zusammenhang mit der für den 18. April terminierten ausserordentlichen Generalversammlung vor, dass er faden­scheinige und rechtlich unbegründete Argumente vorbringe, um die Kon­sti­tu­ier­ung der Gruppe und das Eigentum der Gründeraktionäre an ihren Aktien in Frage zu stellen. Vor diesem Hintergrund hätten sie keine andere Wahl, als die Gruppe aufzulösen.

Zermürbenden Rechtsstreit verhindern

Mit der Auflösung solle ein langwieriger, zermürbender und teurer Rechts­streit vermieden werden. Auch wolle man den Weg für eine reibungslose Generalversammlung freimachen, die den Willen der Aktionäre angemessen spiegle und den dringend notwendigen Wechsel im Verwaltungsrat herbeiführe, heisst es in der Mitteilung.
An der ausserordentlichen Generalversammlung wollen die Gründer den gesamten Verwaltungsrat mit Ausnahme des bisherigen Verwaltungsrats Daniel von Stockar austauschen. Dieser soll zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt werden.
Wie die Gründeraktionäre weiter schreiben, behalten sie sich ausdrücklich rechtliche Schritte gegen den derzeitigen Verwaltungsrat und einzelne Mitglieder vor.
Inzwischen hat sich Softwareone zur Erklärung der Unternehmensgründer geäussert. Man begrüsse die von der Aktionärsgruppe und Bain Capital geschaffene Transparenz und die Erklärung von Bain Capital, dass keine Aussicht auf eine Transaktion bestehe. Dadurch könnten die Aktionärinnen und Aktionäre an der kommenden Generalversammlung die anstehenden Entscheide unter Einbezug dieser klärenden Umstände und der Tatsache fällen , dass ein Kaufangebot für Softwareone in naher Zukunft tatsächlich unwahrscheinlich sei.
Update 5. März: Letzter Abschnitt mit Stellungnahme von Softwareone hinzugefügt.

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