Solothurn lässt digitale Baugesuche zu

5. Juli 2023 um 14:03
image
Foto: Henry & Co. / Unsplash

Der Solothurner Kantonsrat hat einem entsprechenden Vorhaben ohne Gegenstimme zugestimmt. Dabei soll auch aus den Fehlern aus Bern gelernt werden.

Auch im Kanton Solothurn sollen Baugesuche in Zukunft über eine digitale Plattform abgewickelt werden. Der Kantonsrat hat die Vorlage mit einem Projektkredit von 1,95 Millionen Franken ohne Gegenstimme angenommen. Die jährlichen Betriebskosten von 360'000 Franken werden mehrheitlich von den Gemeinden getragen.
Das Projekt "eBauSO" soll verhindern, dass im Kanton weiterhin kistenweise Papier zwischen den Behördenstellen spediert werden muss, wie es in der Botschaft des Regierungsrats heisst. Mit 93 "Ja"- und ohne Gegenstimmen hiess der Kantonsrat den Kredit gut.

Von Erfahrungen profitieren

Es sei nicht mehr zeitgemäss, wie die jährlich 6500 Baubewilligungs- und Meldeverfahren im Kanton bearbeitet würden, sagte Regierungsrätin und Baudirektorin Sandra Kolly im Kantonsrat. Heutige Gesetzesbestimmungen wie "Pläne sind im Normalformat zu falten", würden mit der Digitalisierung überflüssig.
Zur Kritik, die es im Nachbarkanton Bern wegen Datenschutzmängeln gab, meinte Kolly, man könne "von den Erfahrungen anderer profitieren" und für Solothurn bessere Lösungen finden. Eine duale Lösung, bei der die Baugesuche zusätzlich auf Papier eingereicht werden müssten – wie in Bern – bezeichnete Kolly als "Schildbürgerstreich".

Digitalisierung zwingend nötig

Remo Bill (SP) sagte als Sprecher der Finanzkommission, die Erfahrungen in anderen Kantonen seien "überaus positiv". Thomas Lüthi (GLP) sagte über das heutige Verfahren, es sei eine "veritable Papierhölle". Das "analoge Fegefeuer" gehöre "endlich gelöscht", weshalb die Digitalisierung dringend nötig sei.
Fraktionssprecher Matthias Borner (SVP) lobte das Projekt, weil es die Bürokratie senke und bürgerfreundlich sei. Wobei er gewisse Zweifel habe, ob es am Schluss "wirklich schneller gehe".
Manuela Misteli (FDP) sagte, es sei wichtig, dass Gesuchstellende auch weiterhin für ein Gartenhaus ohne Beizug eines Architekten selber ein Baugesuch einreichen könnten. Die Digitalisierung bringe einen besseren Service für Bürger und Unternehmen.
Mit dem Ja des Kantonsrats können nun die bereits angefangenen Arbeiten weitergeführt werden. Ab August 2024 soll "eBauSO" dann etappenweise eingeführt werden. Ziel ist, das Projekt bis Mitte 2025 abzuschliessen. Die Bearbeitung von Einsprache-Verfahren ist nicht Teil des Projekts.

Loading

Mehr zum Thema

image

Spital Männedorf wählt KIS von Cistec

Das Zürichsee-Spital ersetzt sein bisheriges Klinikinformationssystem durch Kisim. Für den Entscheid ausschlaggebend waren spezifische Funktionalitäten – und Preisüberlegungen.

publiziert am 9.10.2026
image

US-Regierung wirft Microsoft aus Visa-Programm raus

Ohne das Visa-Programm hätte Satya Nadella nie Microsoft-Chef werden können.

publiziert am 9.10.2026
imageAbo

Seco mietet sich in RZ von NTS ein

Das Staatssekretariat für Wirtschaft schliesst ein eigenes Rechenzentrum. Zum Preis von 10,8 Millionen Franken wird ins RZ "Colobern Nord" gezügelt.

publiziert am 8.10.2026
image

Banken müssen Lebendigkeit bei Online-Anmeldung prüfen

Bei Online-Anmeldungen schreibt die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht den Banken neu eine Lebendigkeitsprüfung vor. Damit soll der Betrugsschutz gestärkt werden.

publiziert am 8.10.2026