Spanien bremst Sam-Altman-Projekt Worldcoin aus

7. März 2024 um 09:56
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Illustration erstellt durch Inside IT it MIdjourney

Die Datenschutzbehörde verlangt, dass vorerst keine weiteren Iris-Scans mehr vorgenommen werden.

Spanien hat nach einem Bericht der 'Financial Times' ('FT') das Kryptowährungsprojekt Worldcoin von OpenAI-Mitbegründer Sam Altman blockiert. Die spanische Datenschutzbehörde Agencia Española de Protección de Datos (AEPD) habe Worldcoin aufgefordert, das Sammeln von persönlichen Daten über das Scannen der Augeniris der Teilnehmer sofort einzustellen, schreibt die 'FT'.

Worldcoin hat 72 Stunden Zeit

Zudem sollten die bereits gesammelten Daten nicht mehr verwendet werden. Kernidee des Worldcoin-Projektes ist, mithilfe eines Iris-Scans einen Digital-Ausweis herauszugeben, um in Zeiten Künstlicher Intelligenz im Netz zweifelsfrei nachweisen zu können, dass die Inhaber tatsächlich menschliche Wesen sind und keine Software oder Roboter.
Die spanische Aufsichtsbehörde hat laut 'FT' bekannt gegeben, dass sie die "Vorsichtsmassnahme" Anfang der Woche ergriffen und Worldcoin 72 Stunden Zeit gegeben habe, um die Einhaltung der Anordnung nachzuweisen. Spanien sei das erste europäische Land, das so gegen Worldcoin vorgehe.
Ziel von Worldcoin ist es nach Angaben der Projektmacher, einen neuen digitalen Token kostenlos an alle Menschen auf der Welt zu verteilen, um ihnen den Zugang und die Teilnahme an der globalen Wirtschaft zu ermöglichen. Hinter dem Projekt steht das von Altman mitbegründete Unternehmen Tools for Humanity (TFH) mit Sitz in Erlangen, Berlin und San Francisco. Zu den TFH-Gründern zählt auch der deutsche Informatiker Alex Blania.

Untersuchungen auch in Deutschland

Obwohl TFH beim Iris-Scan keine weiteren persönlichen Daten wie Name, Geburtstag und Adresse sammelt, war das WorldID-Konzept in der Politik und bei Behörden auf grosses Misstrauen gestossen. Das System sei aus daten­schutz­politischer Perspektive als dystopisches Vorhaben abzulehnen, meinte im vergangenen Herbst die Bundestags­ab­ge­ordnete Misbah Khan (Grüne).
Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht und die Bankenaufsicht Bafin kündigten Untersuchungen an. Ergebnisse liegen bislang nicht vor.

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