Dass Google Geld an seinen Konkurrenten Apple zahlt, um seine Suchmaschine auf iPhones prominent zu halten, war bekannt. Nicht bekannt war, wie tief der Konzern dafür in die Tasche greift. Das Beratungsunternehmen Bernstein geht in einem Report davon aus, dass Google vergangenes Jahr zwischen 18 und 20 Milliarden Dollar an Apple bezahlt hat, um "die dominierende Suchmaschine auf dem iPhone zu bleiben",
zitiert 'The Register' aus dem Bericht.
Der Bernstein-Report ist im Zusammenhang einer grossen Kartellklage des US-Justizministeriums gegen Google relevant. Die Behörde wirft dem Konzern wettbewerbswidriges Verhalten vor, um seine Dominanz in verschiedenen Bereichen auszubauen und zu festigen. Google beherrsche 90% des Suchmaschinenmarkts, so das Justizministerium, das auch die Abmachung zwischen Google und Apple unter die Lupe nimmt. Der von US-Medien
als "historisch" bezeichnete Prozess hat im September begonnen.
Bernstein rechnet vor, dass Google gemäss seinen Finanzberichten 22% seiner Werbeeinnahmen für die Akquisition von Besuchern ausgibt. Davon erhält Apple laut Bernstein wahrscheinlich 40%. Google erwirtschaftete im Jahr 2022 Werbeeinnahmen in Höhe von gut 222 Milliarden Dollar, womit sich die Einnahmen von Apple im Zuge des Suchmaschinen-Deals vergangenes Jahr auf etwa 19,5 Milliarden Dollar belaufen würden.
Apple überlegte sich Alternativen zur Google Suche
Es gibt aber auch andere Schätzungen zum Wert des Deals zwischen Apple und Google. Das Justizministerium geht davon aus, dass Apple etwa 10 Milliarden Dollar von Google erhält. Diese Zahl stamme aber aus externen Quellen, schreibt
'Android Authority'. Im Zuge des Prozesses gegen Apple wurden kürzlich Dokumente öffentlich, die laut einem 'Bloomberg'-Bericht zeigen, dass Apple erwägt hatte, sich von Google als Standard-Suchmaschine zu verabschieden. Der iPhone-Hersteller sei 2019 und 2020 mit dem als Daten-sparsam bekannten Anbieter Duckduckgo in Verhandlungen gestanden.
Ein Deal ist aus diesen Verhandlungen offensichtlich nicht entstanden. Neben finanziellen Gründen habe es von Apple auch Datenschutzbedenken gegen Duckduckgo gegeben, wie aus den Dokumenten hervorgeht. Laut einer E-Mail von Apples KI-Chef John Giannandrea stimmt das "Marketing rund um den Datenschutz nicht mit den Details" überein, weil die Suchmaschine auf Technik von Microsoft Bing setze. Es könne sein, dass manche Informationen an Microsoft weitergegeben werden,
so 'Bloomberg' (Paywall). Möchten Sie uns unterstützen?
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