Superb: IBM erhält einen SAP-Freihänder vom Bund

24. Mai 2024 um 10:12
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Foto: Parrish Freeman / Unsplash

Im Rahmen der Migration auf S/4Hana ist IBM für die Datenmigration zuständig. Ein Anbieterwechsel sei zu diesem Zeitpunkt zu teuer, heisst es vom Bundesamt für Informatik.

Für das grosse SAP-Projekt Superb setzt die Bundesverwaltung auf eine Reihe von Externen, darunter auch IBM. Das Unternehmen hatte 2021 einen Zuschlag über gut 5 Millionen Franken erhalten, um die operative Datenmigration der Bewegungs- und Stammdaten sowie der historischen Daten vorzubereiten, zu realisieren und zu testen. Zudem sollte IBM den Betrieb anschliessend für einen kurzen Zeitraum betreuen.
Das Volumen aus diesem Zuschlag ist nun aber aufgebraucht. Nach dem Start der ursprünglichen Beschaffung seien weitere Verwaltungseinheiten bestimmt worden, welche bis Ende 2025 in das zivile SAP-System migriert werden müssen, schreibt das Bundesamt für Informatik (BIT) auf Simap. Um die Daten dieser Verwaltungseinheiten zu migrieren, müsse das ursprüngliche Vorhaben sowohl zeitlich als auch inhaltlich erweitert werden.

"Hoch spezialisierter SAP-Experte" war gefragt

Somit erhält IBM freihändig einen Folgeauftrag. Das Volumen beläuft sich auf 2,7 Millionen Franken, inklusive der Option für den Zeitraum ab 2026. Ein Wechsel des Anbieters hätte substanzielle Mehrkosten sowie erhebliche Schwierigkeiten zur Folge, begründet das BIT den Freihänder.
Bei der ursprünglichen Beschaffung verlangte das BIT einen Lieferanten, der über ein weltweites SAP-Partnernetzwerk und eine entsprechende Unternehmensgrösse verfügt. Man benötige einen "hoch spezialisierten SAP-Experten", der über ein geeignetes Tool für die operative Migration verfügt. Letzteres ist mitunter Grund für den Freihänder: Der Austausch der Migrationstools impliziere die nochmalige technische Integration sowie die Neuentwicklung der Migrationsscripts, heisst es dazu auf Simap.
Vom 12. bis 18. September 2023 sind die Support-Prozesse der gesamten zivilen Verwaltung auf S/4Hana migriert worden. Von Superb erhofft sich die Verwaltung eine Standardisierung sowie eine Modernisierung. Die Dimensionen des Programms Superb sind gewaltig: Im ERP-System verarbeitet die Bundesverwaltung bis zu 1,2 Millionen Transaktionen im Jahr, 48'000 Personen nutzen es für die Zeiterfassung. Künftig soll es beispielsweise auch möglich sein, die SAP-Systemlandschaft in Echtzeit auf sicherheitsrelevante Ereignisse überwachen zu können.
Für Superb sind 420 Millionen Franken budgetiert, für das militärische Ergänzungsstück "ERP Systeme V/ar" 360 Millionen.


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