Swico: Optimismus in der ICT-Branche weiterhin hoch

30. März 2022, 15:16
  • channel
  • swico
  • consultant
  • it-dienstleister
image
Andreas Knöpfli, Präsident von Swico. Foto: Swico

Schweizer IT-Firmen schauen optimistisch auf die unmittelbare Zukunft und rechnen mit Wachstum. Manche Segmente erreichten im aktuellen Swico-Index gar Spitzenwerte.

Der Optimismus in der Digital-Branche sei "weiterhin ungebrochen hoch", so das Fazit des Branchenverbands Swico zum aktuellen ICT-Index. Zum ersten Mal seit 2 Jahren habe die Datenerhebung dabei zu einem Zeitpunkt stattgefunden, an dem keine einschränkenden äussere Ereignisse auf die befragten Unternehmen eingewirkt hätten. Gemäss Swico wurden die Daten nach der Aufhebung der meisten Coronamassnahmen und noch vor dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine erhoben.
Im zweiten Quartal 2022 sei der Erwartungswert der Schweizer ICT-Branche um 3,6 Punkte gestiegen und damit bei 124,3 Punkten angekommen, schreibt der Verband. Dies sei der höchste Wert seit Erhebungsbeginn und widerspiegle damit auch die sehr optimistische Stimmung der Schweizer ICT-Branche. Alle Segmente innerhalb dieser Branche hätten einen Wert über der Wachstumsgrenze prognostiziert, so Swico.
Während das Segment Consumer Electronics mit 101,6 Punkten einen Wert knapp über der Wachstumsgrenze erreicht hat, blieb der Teilbereich Imaging/Printing/Finishing mit 88,5 Punkten unter der Wachstumszone.

Trügerischer Optimismus?

Laut der Erhebung hat das Segment IT-Services mit 128,2 Punkten (+10,8) den höchsten Wert seit Messbeginn erreicht und damit die Spitzenposition innerhalb der ICT-Branche eingenommen. Das Segment Consulting reiht sich, mit nur 0,8 Punkten Differenz und 127,5 Punkten, neu auf Platz zwei ein. Das Segment Software verzeichnete 120,5 Punkte (-1,3), gefolgt vom Segment IT-Technology mit 118,8 Punkten (+5,2).
Der quartalsweise erhobene Swico ICT-Index spiegelt nicht vergangene Umsätze wider, sondern zeigt die Erwartungen der Unternehmen. Demnach erwarten alle Segmente der ICT-Branche ein rentableres Wachstum, das auf positiven Entwicklungen von Auftragseingängen, Umsätzen und der Bruttomarge basiert.
Auch die Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung und Investitionstätigkeiten seien im zweiten Quartal 2022 durchwegs positiv, schreibt der Branchenverband. Wie langanhaltend dieses Stimmungshoch allerdings sei, werde erst der nächste Index im Sommer zeigen. Denn die Daten für den Index des zweiten Quartals 2022 seien bereits im Februar 2022 erhoben und dann mit dem zweiten Quartal 2021 verglichen worden, welches noch mitten in der Coronapandemie lag. Zudem konnten bis Ende Februar gemäss Swico die Unsicherheiten und Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine noch nicht abgeschätzt werden.

Fachkräftemangel bleibt

Ein Dauerbrenner im negativen Sinne sei das Thema ICT-Fachkräftemangel, schreibt Swico. Ausnahmslos alle Segmente der ICT-Branche geben an, dass die Rekrutierung von Fachkräften eine Herausforderung für sie sei. Die Unsicherheit über die weitere konjunkturelle Entwicklung und Investitionsbereitschaft angesichts der Lockerungen der Schutzmassnahmen fordern insbesondere die Segmente IT-Technology, Software und Consulting in ihrer Planung heraus, ist im Communiqué des Verbandes zu lesen.
Zudem stehen die Unternehmen laut dem Index auch einer neuen Normalität gegenüber, die veränderte und neue Formen der Kollaboration sowohl innerhalb des Unternehmens wie auch mit Vertriebspartnern mit sich bringen. Besonders die Segmente IT-Services und Software seien mit den Themen der Projekt- beziehungsweise Kundenakquise sowie der Kundenbindung gefordert: Einerseits gelte es Neukunden zu gewinnen, andererseits Stammkunden zu halten und entsprechend gut zu betreuen, schreibt Swico.

Vorsichtiger Optimismus bei Consumer Electronics

Erfreulicher als noch im Vorquartal hätten sich die Prognosewerte für die Branche der Consumer Electronics entwickelt: Mit einem Sprung von 5,7 Punkten erreichten sie gemäss Swico mit 101,6 Punkten einen Wert knapp über der Wachstumsgrenze. Eine positive Entwicklung sieht das Segment insbesondere bei der Beschäftigung und den Investitionen. Für das 2. Quartal 2022 werde mit einem zunehmenden Personalbestand, mit mehr freien Stellen für ICT-Fachkräfte sowie einer erhöhten Investitionstätigkeit gerechnet, teilt die Branchenorganisation mit.
Weiterhin eine grosse Herausforderung würden dabei aber Lieferverzögerungen bleiben. Trotz der gestiegenen Erwartungswerte stehe die CE-Branche auf der Kippe zwischen unrentablerem Wachstum und Degeneration.
Düsterer schauen die Prognosen nur für die Branche Imaging/Printing/Finishing aus: Gemäss Swico blickt diese klar einer Degeneration entgegen. Der Erwartungswert sei deutlich unter der Wachstumsgrenze geblieben.
Die Unternehmen erwarten eine Stagnation der Auftragslage, was zu einer negativen Entwicklung bei Bruttomarge und Umsatz führt. Das Segment kämpfe insbesondere mit dem Strukturwandel auf dem Drucker-Markt und werde auch von der andauernden Rohstoffknappheit sowie dem starke Preis- und Margendruck herausgefordert, schreibt Swico.

Loading

Mehr zum Thema

image

Infinigate will Teile von Nuvias übernehmen

Die Geschäftsbereiche Cyber Security und Secure Networking der Nuvias Gruppe sollen zu Infinigate wechseln.

publiziert am 5.7.2022
image

Infoniqa SQL wird an Investoren verkauft

Mit neuem Kapital will der IT-Dienstleister auch das anorganische Wachstum vorantreiben. Gleichzeitig tritt der frühere CEO und aktuelle VRP Urs Tschudin kürzer.

publiziert am 5.7.2022
image

Adfinis hat neue Commercial- und Strategy-Chefs

Firmengründer Michael Moser wird als Chief Strategy & Growth Officer die Internationalisierung vorantreiben. Seine Nachfolge übernimmt Gil Oliveira.

publiziert am 4.7.2022
image

Faigle legt Tochterfirmen zusammen

Mit einer "One-Brand-Strategie" werden neu auch die Tochterunternehmen Couvertic und CM First unter der Dachmarke Faigle geführt.

publiziert am 4.7.2022