SwissCovid-App vor dem Aus?

8. März 2022, 15:18
letzte Aktualisierung: 9. März 2022, 14:03
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Bald fertig getrackt? Foto: Shutterstock

Der Bundesrat prüft nach eigenen Angaben, die Schweizer Contact-Tracing-App per 1. April zu kübeln.

Während der Corona-Pandemie hat die SwissCovid-App Mitmenschen vor infizierten beziehungsweise ansteckenden Kontakten gewarnt, und tut das immer noch. Zumindest theoretisch. Praktisch hat die App aber ihre Bedeutung verloren oder hat diese gar nie erlangt, weil sie hierzulande nur auf 1,3 Millionen Smartphones installiert ist. Dennoch würden pro Tag ungefähr 1300 Covid-Ansteckungen mittels Code eingegeben, "was dafür spricht, dass das System grundsätzlich funktioniert", so das BAG zum Nachrichtenportal 'Watson'.
Trotzdem hat der Bundesrat diese Woche in der Fragestunde des Nationalrats gesagt, dass die Regierung "im Hinblick auf die Aufhebung der noch geltenden Massnahmen ab dem 1. April prüfe, die SwissCovid-App zu sistieren". Ursprünglich war die Laufzeit der App bis zum 31. Dezember 2022 geplant gewesen. Bis zu diesem Zeitpunkt verlängerte das BAG auch für 2,5 Millionen Franken den Vertrag mit App-Entwickler Ubique. Ein Grossteil dieses Budgets ist allerdings nicht für die Tracing-, sondern für die für die Zertifikatsapp gedacht. Für die Vertragsverlängerung mit dem Anbieter bis Ende 2023 sind zusätzliche 3 Millionen reserviert.

Reaktivierung bleibt möglich

Je nach Entwicklung der epidemiologischen Situation im Winter Ende diesen, Anfang nächsten Jahres soll der Betrieb der App rasch wiederaufgenommen werden können. Deshalb würden die notwendigen Informatik-Infrastrukturen im Hintergrund weiterhin aufrechterhalten. Der Bundesrat beabsichtigt, die entsprechenden Änderungen im Umgang mit der Swiss-Covid-App an seiner Sitzung vom 30. März zu beschliessen.
Update 9.3., 15 Uhr: Update zum Bundesratsbeschluss eingefügt.

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