Die Bundeskanzlei führt zwei IT-Projekte neu als Schlüsselprojekte der Bundesverwaltung: das Programm für souveräne Arbeitsplatzsoftware und das Projekt Easygov 2.0. Der Entscheid durch Bundeskanzler Viktor Rossi fiel nach Konsultation der Generalsekretärenkonferenz.
"Schlüsselprojekte sind Vorhaben der Bundesverwaltung im Bereich der digitalen Transformation und der Informatik, die aufgrund ihrer Grösse, ihrer strategischen Bedeutung, ihrer Komplexität oder ihrer Risiken von besonderer Relevanz sind", so die Bundeskanzlei in der Mitteilung. Es sind Vorhaben, die eine verstärkte Lenkung, Koordination und Überwachung erfordern. Zudem führt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) bei Schlüsselprojekten systematische Prüfungen durch.
Das
Programm für souveräne Arbeitsplatzsoftware wurde Anfang September lanciert, um die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu reduzieren. Rund 3000 Mitarbeitende der Verwaltung sollen ab Ende 2027 eine Open-Source-Plattform für die Büroautomation nutzen können. Für die erste Phase sind 9 Millionen Franken vorgesehen. Die neue Arbeitsplatzsoftware soll als eigenständige Lösung bereitstehen und parallel zu Microsoft 365 betrieben werden.
Millionen für Easygov
Schon länger läuft das Projekt Easygov 2.0 des Staatssekretariats für Wirtschaft. Zum Stand der Erweiterung der Plattform
erklärte der Bundesrat im Juni, dass im Rahmen der Botschaft zum Unternehmensentlastungsgesetz Ende 2022 insgesamt 356 unternehmensrelevante Behördenleistungen identifiziert worden. "Von den 356 Leistungen sind 88 vollständig und 140 teilweise digital verfügbar. Auf Easygov sind derzeit 62 Leistungen integriert. Weitere digitale Angebote bestehen auf dem E-Portal des EFD sowie dem Portal des Uvek", antwortete die Regierung auf eine parlamentarische Anfrage zum Stand. Geplant sei, diese Angebote mittelfristig teilweise in Easygov zu integrieren.
Für die Weiterentwicklung von Easygov 2.0 hatte der Bund
im Februar mehrere Aufträge in Millionenhöhe an externe Firmen erteilt.
Im Mai erfolgten durch das Seco weitere Zuschläge von bis zu 58 Millionen Franken für Business-Analyse, Projektleitung und Spezialaufgaben im Rahmen von Easygov.
"Verbesserte Risikosituation" bei Nepro
Künftig nicht mehr als Schlüsselprojekt geführt wird nach dem neusten Entscheid die Erneuerung der Produktionssysteme bei Swisstopo. Das Projekt "Nepro" hat wiederholt
zu Kritik der EFK geführt. Grund für die Abstufung ist laut Mitteilung "die im März 2026 erfolgte Redimensionierung des Programms und die damit zusammenhängende deutliche Verbesserung der Risikosituation".
Die aktuelle Liste der Bundeskanzlei weist jetzt 19 IT- und Digitalvorhaben als Schlüsselprojekte der Bundesverwaltung aus. Darunter befinden sich unter anderem weiterhin
Digisanté, die
E-ID, die
Swiss Government Cloud (SGC), das
Projekt Superb unter Federführung des Bundesamts für Bauten und Logistik, das Transformationsprogramm
Dazit beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit sowie diverse
VBS-Projekte wie ERP Systeme V/ar und Werterhalt Polycom.