Swissmedic investiert in Cloud-Services

4. April 2022, 10:01
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Foto: CDC / Unsplash

Die Zulassungsbehörde für Arzneimittel will in den nächsten 5 Jahren maximal 25 Millionen Franken ausgeben. Zum Zug kommen dürften vor allem die grossen Cloud-Anbieter.

Das Schweizerische Heil­mittel­institut Swissmedic hat auf der Beschaffungsplattform Simap Cloud-Services im Wert von höchstens 25 Millionen Franken ausgeschrieben. Gesucht werden 3 Provider über einen Zeitraum von 5 Jahren, die einen umfangreichen Servicekatalog anbieten können. Laut den Unter­lagen wird von den Zu­schlags­empfängern verlangt, dass sie über die neuesten Technologien und Services in den Bereichen Big Data, KI und Machine Learning, Analytics, Mobile- und Web-App-Entwicklung, Container, Datenbanken "as a Service", "Function as a Service" sowie API Development und Management verfügen.
Neben den Dienstleistungen in den Bereichen Computing, Storage, Network und Application Integration werden von Swissmedic aber auch Cyber Defence, Security, Monitoring und Developer Tools gesucht. Sämtliche Services sollen dabei die Charakteristiken gemäss der NIST-Definition für Cloud-Computing erfüllen und über eine möglichst kurze Bereitstellungszeit verfügen. Zudem müssen die Dienstleistungen in einem Pay-as-you-go-Modell bezogen werden können. Gemäss dem Pflichtenheft zur Ausschreibung werden alle Leistungen optional ausgeschrieben und es besteht keine Bezugspflicht durch die Behörde.
Die Ausschreibung erfolge im Rahmen der strategischen Entwicklung der Zulassungs- und Kontrollbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte. Swissmedic geht davon aus, dass der Bedarf von Cloud-Services in Zukunft deutlich zunehmen wird. Bereits heute würden solche in kleinerem Umfang in der Behörde eingesetzt. Auf einen einzigen Provider will man sich beim Heilmittelinstitut aber nicht festlegen: Grundsätzlich sollen mehrere Private und Public Clouds zum Einsatz kommen. Public Clouds sollen insbesondere genutzt werden, weil so jederzeit Lösungen auf Abruf bereitstehen würden, die über ausreichende Rechenleistungen für grosse Belastungsschwankungen verfügen.
Je nach dem wie man die "grossen Belastungsschwankungen" und "alle neuesten Technologien und Services in den Bereichen Big Data, KI, Machine Learning und Analytics" interpretieren will, scheint die Ausschreibung des Heil­mittel­instituts auf die grossen internationalen Provider zugeschnitten zu sein. Im Juni 2022 werden 5 Anbieter ihre Offerten bei Swissmedic präsentieren können, aus welchen anschliessend 3 ausgewählt werden.

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