Swissport-Angreifer veröffentlichen Daten

15. Februar 2022 um 15:49
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Foto: Swissport

Der Ransomware-Angriff auf den Schweizer Flughafendienstleister hat weitere Folgen.

Anfang Februar wurde bekannt, dass der Flughafendienstleister Swissport das neuste grosse Schweizer Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden war. Dieser legte einige Systeme lahm, was teilweise zu verspäteten Flügen führte.
Ransomware-Banden versuchen heutzutage normalerweise auch vertrauliche Daten aus Unternehmensnetzwerken zu kopieren, bevor sie ihre Ransomware einzusetzen um Daten zu verschlüsseln. Die betroffenen Unternehmen werden dann zusätzlich mit der Drohung erpresst, dass diese Daten veröffentlicht werden, wenn sie kein Lösegeld zahlen.
Wie 'Watson' nun berichtet, wurden wahrscheinlich auch im Fall von Swissport Daten entwendet. Eine Ransomware-Gang namens "BlackCat", auch bekannt als "Alphv", hat sich zum Angriff bekannt und auf seiner Darknet-Seite einige erste Daten veröffentlicht, die angeblich von Swissport stammen. Zu den Beispieldaten gehören 2 Fotos von Reisepässen, eine Liste von Kandidaten für Jobs inklusive Name, Nationalität, Religion, Telefonnummer, Mailadresse und Beurteilung beim Bewerbungsgespräch sowie ein anscheinend Swissport-internes Management-Dokument.
Die Bande behauptet, sie habe insgesamt 1,6 Terabyte Daten von Swissport kopiert. Interessierte, so die Cyberkriminellen, können den ganzen Datensatz oder auch Teile davon erwerben.
Die von der Bande veröffentlichten Daten könnten gefälscht sein und sind noch kein Beweis, dass tatsächlich Daten von Swissport gestohlen wurden. Sie machen dies aber sehr wahrscheinlich.
Swissport hatte sich als der Hack Anfang Februar bekannt wurde nicht zur Frage geäussert, ob auch Daten abgegriffen wurden. Letzte Woche, so berichtet 'Watson', habe Swissport auf Anfrage hin sogar noch ausdrücklich verneint, dass es zu einem Abfluss von Daten gekommen sei. Deshalb habe man auch den EDÖB noch nicht informiert.
Von 'Watson' mit der Bekanntmachung der Ransomware-Bande konfrontiert, erklärte das Unternehmen nun, dass man noch daran sei, die veröffentlichten Daten zu analysieren.

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