Teenager soll Lapsus$-Bande anführen

25. März 2022, 11:04
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Foto: Dan Poulton / Unsplash

Die Londoner Polizei hat sieben mutmassliche Hacker der Lapsus$-Gruppe festgenommen. Der Profit von Cyberkriminellen ist enorm: Sie haben 2021 fast 7 Milliarden Dollar umgesetzt.

Nach einer Reihe von Hackerangriffen, darunter auf Nvidia, Samsung, Vodafone, Ubisoft, Okta und LG Electronics, hat die britische Polizei die mutmasslichen Hacker erwischt, die die genannten Angriffe für sich proklamieren.
"Wir haben sieben Menschen zwischen 16 und 21 Jahren festgenommen", teilte die Londoner Polizei mit, allerdings ohne dabei den Namen Lapsus$ zu nennen. Wie die Polizei weiter mitteilt, seien die Personen im Rahmen der Ermittlungen wieder freigelassen worden. Es sei auch keiner der sieben mutmasslichen Hacker offiziell angeklagt worden. Die Ermittlungen seien noch im Gange.
Einem Bericht der 'BBC' zufolge, sollen die Teenager jedoch zu Lapsus$ gehören beziehungsweise sogar die Köpfe der Bande sein. Demnach sei ein 16-Jähriger aus Oxford der Anführer von Lapsus$, der durch seine Hackerangriffe ein Vermögen von knapp 11 Millionen Pfund ergaunert haben soll. Wie die 'BBC' weiter berichtet, sei der mutmassliche Lapsus$-Anführer von anderen Hackern geoutet worden. Sie hätten Namen, Adresse und Bilder aus sozialen Medien veröffentlicht. Es ist durchaus möglich, dass dieses Outing in Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine steht, weil sich einige Hackerbanden pro respektive kontra Ukraine positionieren und sich gegenseitig bekämpfen.

Hacker haben 2021 fast 7 Milliarden Dollar Profit gemacht

Fakt ist jedenfalls, dass Hacking ein einträgliches Geschäft ist und wohl auch bleibt, weil Firmen noch immer zu oft auf die Lösegeldforderungen eingehen und damit die Kriminellen alimentieren. Wie das "Internet Crime Complaint Center" (IC3) des FBI in seinem Jahresbericht schreibt, hätten Cyberkriminelle fast 7 Milliarden Dollar Reingewinn gemacht im Jahr 2021. Dem Bericht zufolge hat das FBI eine massive Zunahme gegenüber 2020 festgestellt. Die Behörde führt dies auf die Pandemie und die Verlagerung ins Homeoffice zurück.

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