Thurgau "überrascht" mit Juris-Freihänder

20. Januar 2025 um 13:31
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Foto: Kanton Thurgau

Der Kanton lässt seine Justizplattform für 2,9 Millionen Franken ertüchtigen und warten. Der Softwareeigentümer will die Lösung "überraschenderweise" nur bis 2027 unterstützen.

Der Kanton Thurgau sichert den Betrieb und die Wartung seiner Justizsoftware "Juris 4" mit einer freihändigen Vergabe an den aktuellen Anbieter. Für rund 2,9 Millionen Franken soll Logobject sicherstellen, dass in der fünfjährigen Übergangszeit bis zur Implementierung einer neuen Software der Betrieb in der Justiz gewährleistet ist.
Wie es in einem Eintrag in der Beschaffungsdatenbank Simap heisst, werde die bestehende Software "überraschenderweise" nur bis 2027 supported. Der "Überraschung" vorausgegangen war der Verkauf der ursprünglich von Abraxas entwickelten Software "Juris 4" an Logobject Ende 2023. Im Sommer 2024 wurde bekannt, dass Logobject alle Service- und Wartungsvereinbarungen für "Juris 4" per Ende 2027 einstellt.
Nun komme Logobject die Aufgabe zu, die Lösung mit Schnittstellen zu ertüchtigen, sodass sie keinen "Vendor Lock-in" mehr besitzt. Wie es auf Simap weiter heisst, könne nur so die geplante spätere Ausschreibung einer neuen Software fair und wirtschaftlich erfolgen.

Nachfolge für 2025 geplant

Seit Oktober vergangenen Jahres läuft im Kanton Thurgau das Programm "Smart Justice", in dessen Rahmen eine Nachfolgelösung für "Juris 4" beschafft und implementiert werden soll. Dafür hatte der Regierungsrat einen Rahmenkredit in Höhe von 12,4 Millionen Franken beantragt.
Noch im laufenden Jahr plant der Kanton die Ausschreibung der Nachfolgelösung. Bis spätestens Ende Jahr soll der Zuschlag an den neuen Lieferanten gefällt und mit der Realisierung begonnen werden, hiess es im Oktober vom Regierungsrat. Das Ziel sei, dass Mitte 2027 eine erste Version der neuen Kernapplikation zur Verfügung steht, mit der der Betrieb aufrechterhalten werden kann, wenn dereinst die bestehende Lösung abgeschaltet wird.

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