Twitter verbietet Dritt­anbieter

20. Januar 2023, 10:17
image
Foto: Darrin Moore / Unsplash

Anbieter wie Twitterrific sollen gegen langjährige API-Regeln verstossen haben. Die Erklärung ist fadenscheinig, denn die Bedingungen wurden offenbar kurzfristig geändert.

Nachdem vor einigen Tagen Twitter-Drittanbietern ohne Erklärung der Zugang zur Social-Media-Plattform gesperrt wurde, hat der Konzern diese Verbannung jetzt bestätigt. "Twitter setzt seine seit langem bestehenden API-Regeln durch", so ein Tweet des Developer-Accounts des Unternehmens. "Das kann dazu führen, dass einige Apps nicht funktionieren."
Allerdings gibt es keinerlei offizielle Erklärung, gegen welche Regeln die Anbieter von Apps wie Twitterrific und Tweetbot verstossen haben. Twitter erklärt auch nicht, warum einige Apps von Drittanbieter nach wie vor funktionieren.
Medien haben aber nach der Ankündigung von Twitter kürzlich gemachte Änderungen in den Nutzungsvereinbarungen für Entwicklern gefunden. Erst diese Woche wurden sie um einen Satz ergänzt, wie 'Heise' schreibt. Demnach darf der Zugriff auf Twitters API nicht genutzt werden, "um einen vergleichbaren Dienst zu den Anwendungen von Twitter zu schaffen". Diese Änderung widerspricht der Angabe, dass die Durchsetzung von "seit langem" geltenden Regeln zur Sperrung geführt hätte.
Für journalistische Anfragen ist das Unternehmen praktisch nicht erreichbar, da es über kein Kommunikationsteam mehr verfügt. Gegenüber dem US-Magazin 'Engadget' sagt der Twitterrific-Verantwortliche Craig Hockenberry, dass er nichts Offizielles von Twitter gehört habe. "Wir haben uns in den letzten 16 Jahren an die veröffentlichten API-Regeln gehalten. Uns ist nicht bekannt, dass sich diese Regeln in letzter Zeit geändert haben oder wie diese Änderungen aussehen könnten."
In einem Blogbeitrag zeigt er sich ersichtlich verärgert. "Was mich an dem letzten Tag von Twitterrific stört, ist, dass er nicht würdevoll war. Es gab keine Vorankündigung für die Macher, die Kunden erhielten nur eine seltsame Fehlermeldung, und niemand erklärt, was los ist. (...) Stattdessen ist es nur eine weitere Szene in der laufenden Shit Show."
Zunächst hatte 'The Information' über die Sperrung der Drittanbieter berichtet. Dem Onlinemagazin lagen interne Chat-Nachrichten vor, die zeigten, dass es sich nicht um technische Probleme, sondern um Absicht gehandelt hatte. Twitter habe die Anbieter gesperrt, weil diese in ihren Clients keine Werbung anzeigen, so die Vermutung.

Loading

Mehr zum Thema

image

Wegen Whatsapp: Bank wälzt Millionen-Busse auf Angestellte ab

Finanzregulatoren hatten mehreren Banken wegen der Nutzung von Whatsapp hohe Bussen auferlegt. Morgan Stanley reicht diese nun an Mitarbeitende weiter.

publiziert am 27.1.2023
image

Schwerer Schlag gegen eine der erfolgreichsten Ransomware-Banden

Die Gruppe Hive hatte unter anderen Emil Frey und Media Markt attackiert. Jetzt haben das FBI, Europol und weitere Behörden die Hive-Infrastruktur ausgeschaltet.

publiziert am 27.1.2023
image

Intel-Zahlen rasseln in den Keller

Im vergangenen Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 32% auf 14 Milliarden Dollar. Unter dem Strich steht sogar eine rote Zahl.

publiziert am 27.1.2023
image

Crypto Valley: Sehr gute Miene zum sehr bösen Spiel

Die Investoren-Vereinigung CV VC befindet im neusten "Top 50"-Report: Der Laden brummt, die Zukunft strahlt. Sie hat dafür einige Fantasie walten lassen.

publiziert am 27.1.2023