Tausende von internen Uber-Dokumenten wurden gestohlen und dem 'Guardian' gesteckt. In den Unterlagen haben die Journalistinnen und Journalisten tiefe Einblicke in das aggressive Geschäftsgebaren des Unternehmens aus den Jahren 2013 bis 2017 erhalten. So habe Uber versucht, Zusammenstösse zwischen Taxifahrern und seinen Chauffeuren zu Lobbyzwecken zu nutzen.
Nebst weiteren Räubergeschichten und Informationen zum Lobbygebahren des Konzerns in höchsten Politkreisen, finden sich auch Verfehlungen mit IT-Bezug: Demnach habe Uber während Behörden-Razzien Computer per Fernzugriff blockiert. Mit einem Kill Switch seien unter anderem während einer Razzia im Uber-Büro in Amsterdam Computer remote gesperrt und vom internen Netzwerk getrennt worden.
Darüber hinaus belegen die Unterlagen auch den bereits seit Jahren bekannten, und nicht minder umstrittenen Einsatz von Software-Werkzeugen. Mit einem Tool namens Greyball wurde die Anzeige in der Uber-App an Standorten von Regulierungsbehörden so angepasst, dass keine Fahrzeuge angezeigt wurden. Ebenso sei bestimmten Personen Absagen erteilt worden – trotz Verfügbarkeit von Wagen. So habe Uber in der Vergangenheit gezielt unliebsame Fahrgäste vom Transport ausgeschlossen.
Hintergrund
Mehr als 124'000 Dokumente wie E-Mails und Chatnachrichten wurden der britischen Zeitung
'Guardian' zugespielt. An der Auswertung dieser sogenannten Uber Files waren das International Consortium of Investigative Journalists
(ICIJ) und mehr als 180 Journalistinnen und Journalisten internationaler Medien beteiligt, darunter 'Le Monde', 'El País' und 'Washington Post'. Nachlesen lassen sich die kompletten Ergebnisse unter anderem bei der
'Süddeutschen Zeitung' (Paywall).