Uni Zürich und ZHAW erforschen Aufbau einer Cyber-Feuerwehr

12. Juli 2022, 12:30
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Eine zivile Einsatztruppe soll im Cybernotfall helfen können. Die Hochschulen wollen dazu die rechtlichen und organisatorischen Fragen klären.

Im Rahmen der Digitalisierungsinitiative (DIZH) wollen die Universität Zürich (UZH), die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und weitere Partner herausfinden, ob und wie in der Schweiz eine Cyber-Miliz aufgebaut werden könnte.
Das Projekt ist Teil der DIZH, in der mehrere Hochschulen und der Kanton Zürich arbeiten. Teil davon sind sogenannte Struktur-Calls, mit denen auch der Austausch mit der Praxis und Öffentlichkeit gefördert werden soll. In einem ersten Struktur-Call fördern der Kanton und die DIZH vier Strukturen mit 8 Millionen Franken. Der Betrag soll über die nächsten Jahre auf mindestens 16 Millionen Franken verdoppelt werden, teilt die UZH mit.

Organisationen für einen Cybernotfall

Eine dieser Strukturen ist das "Cyber Resilience Network" (Cyren ZH), das für den Kanton Zürich aufgebaut werden soll. Das Cyren will sich nicht nur mit der Frage beschäftigen, wie man sich besser vor Bedrohungen schützen kann, sondern auch erarbeiten, was nach einem Angriff unternommen werden kann – beispielsweise wie in einer solchen Notsituation Hilfe organisiert werden könnte.
Dazu soll der Aufbau einer Cyber-Miliz aus Freiwilligen erforscht werden. Allerdings gebe es dazu noch eine Reihe von Fragen zu beantworten, heisst es auf der Projektwebsite.
Beispielsweise biete das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) der Bevölkerung und Organisationen bereits punktuelle Unterstützung. In sehr aussergewöhnlichen Cybervorfällen wäre das Militär zuständig. Es gelte somit zu prüfen, wie diese bestehenden Organisationen bei der Erfüllung ihres Auftrags unterstützt werden könnten. Die erforderlichen Kompetenzen müssten klar definiert und die Aufgabenbereiche abgegrenzt werden.
Zentrale Fragen seien daher, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von digitalen Ersthelfern und Ersthelferinnen zu gestalten sind, wie die Zusammenarbeit mit Gemeinden, dem Kanton und Bund organisiert werden muss und wie man bestehende Strukturen im Bereich Cybersicherheit aufgreifen und erweitern kann.

Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlicher Hand

In der ersten Projekthälfte (2022-2025) werden laut DIZH die rechtlichen Grundlagen und der Umfang der Tätigkeit festgelegt, während in der zweiten Hälfte (2025-2027) die konkrete Umsetzung erfolgt. Geleitet wird das Projekt von Melanie Knieps, UZH Digital Society Initiative, und Nico Ebert, von der ZHAW School of Management and Law.
Zudem wird es gemäss den Angaben Praxispartnern unterstützt. Dazu gehören Behörden, wie die Kapo Zürich, das NCSC oder das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL sowie mehrere Unternehmen, darunter Infoguard, Detecon sowie die Stiftung Switch.

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