Unico Data muss aufgeben: Spätfolgen eines Ransomware-Angriffs

12. November 2025 um 12:59
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Illustration: Erstellt durch Inside IT mit Midjourney

Der in Münsingen beheimatete IT-Dienstleister wurde im Mai 2023 Opfer eines Ransomware-Angriffs. Die unmittelbaren Folgen konnte Unico bewältigen, die langfristigen nicht.

Der 1991 gegründete IT-Dienstleister und Cloud-Provider Unico Data teilt mit, dass er per Ende dieses Jahres seine Geschäftstätigkeit aufgibt. Der Anfang vom Ende war, wie Unico schreibt, ein Ransomware-Angriff im Mai 2023.
Das Münsinger Unternehmen wurde damals von der Ransomware-Bande Play angegriffen. Nach einigen Wochen begann die Bande, Daten von Unico-Kunden im Darknet zu veröffentlichen. Der IT-Dienstleister kommunizierte in vorbildlich transparenter Weise über den Angriff und erhielt dafür einen Courage Award. Der damalige CEO sprach beispielsweise in einem Inside-IT-Podcast über die Vorgänge bei Unico.

Reputationsschaden und Kundenschwund

Die unmittelbare Bewältigung der durch den Angriff verursachten technischen Probleme kostete Unico Data mehr als eine Million Franken. Nun waren es aber laut dem Unternehmen die langfristigen Folgen, die es zur Aufgabe zwingen.
Nach der äusserst herausfordernden Zeit der Wiederherstellung des ordentlichen Betriebs und intensiver Anstrengungen bezüglich Neuausrichtung habe der Reputationsschaden schwer gewogen, erklärt Unico. Im Laufe der Zeit habe man "substanzielle Kunden" verloren. Gleichzeitig sei es seither trotz grosser Akquisitionsanstrengungen nicht gelungen, in der für die Weiterführung des Geschäfts notwendigen Zeit Neukunden zu gewinnen.

Aus nach 35 Jahren

Deshalb habe der Verwaltungsrat "mit grossem Bedauern" den Entscheid gefällt, die fast 35 Jahre alte Firmengeschichte von Unico Data per Ende 2025 "definitiv und geordnet zu beenden". Das Hauptziel sei es jetzt, alle noch bestehenden Kunden bei der Migration auf ihre jeweilige Nachfolgelösung bis zum Schluss bestmöglich zu unterstützen.
Zudem habe man für alle Mitarbeitenden und Lernenden individuelle und mit der Aufrechterhaltung des Betriebs bis Ende 2025 vereinbare Anschlusslösungen gefunden.

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