Uri hält für Justiz an Tribuna-Software fest

15. Juli 2025 um 11:02
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Foto: Getty / Unsplash+

Der Regierungsrat beantragt einen Kredit von 480'000 Franken. Damit soll im Rahmen des Projekts E-Justiz Uri auf die Lösung Tribuna V4 umgestellt werden.

Seit 1997 ist bei den Urner Gerichtsbehörden sowie bei verschiedenen kantonalen Amtsstellen die Software Tribuna der Firma Delta Logic aus Sursee (LU) im Einsatz. Diese Lösung wird von weiteren 13 Kantonen verwendet. Sie sind im Verein Tribuna-Allianz zusammengeschlossen, um ihre Interessen gegenüber dem Hersteller zu koordinieren und zu vertreten.
Dies gelte insbesondere auch im Hinblick auf Justitia 4.0, schreibt der Urner Regierungsrat in einem Bericht. Mit diesem verbunden ist ein Antrag für einen Verpflichtungskredit für das Projekt E-Justiz Uri. Aktuell ist im Kanton die Lösung Tribuna V3 im Einsatz. Im Hinblick auf das Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Plattformen für die elektronische Kommunikation in der Justiz (BEKJ) hat Delta Logic Tribuna V4 weiterentwickelt, worauf Uri jetzt umstellen will.
Die Regierung beantragt dafür einen Kredit von insgesamt 482'000 Franken. Für das Update sollen 410'000 Franken an Delta Logic bezahlt werden, dazu kommen interne Personalkosten von rund 72'000 Franken. Wird der Kredit vom Landrat bewilligt, sieht der Zeitplan die produktive Nutzung von Tribuna V4 ab Frühjahr 2026 vor. Wie der 'Bote der Urschweiz' (Paywall) schreibt, wird das Parlament an seiner Session vom 27. August über den Antrag beraten.
Als Begründung für das Festhalten an Tribuna und den Verzicht auf eine öffentliche Ausschreibung erklärt die Regierung im Bericht: "Die geplante Migration auf die neue Version Tribuna V4 stellt eine Erweiterung und Ergänzung der bestehenden Software Tribuna V3 dar." Diese werde allein von Delta Logic angeboten und könne daher aus technischen Gründen einzig vom bisherigen Anbieter erbracht werden.
Aktuell würden neben Delta Logic auf dem Markt in der Schweiz auch nur wenige Firmen alternative Lösungen für eine entsprechende Software anbieten. "Ein Wechsel des Anbieters wäre aus wirtschaftlicher Sicht, aber auch im Hinblick auf die personellen Ressourcen, auf die etablierten Abläufe und aufgrund der auf die bisherige Software abgestimmten Prozesse und Programme mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden", hält der Regierungsrat fest. Gestützt auf Abklärungen der Tribuna-Allianz sei auch nicht davon auszugehen, dass die Konkurrenz ein Angebot mit einem tieferen Preis offerieren würde.


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