Urner Parlament ist gegen Uri Informatik AG

25. September 2024 um 09:51
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Der Arnisee bei Gurtnellen. Foto: Dino Reichmuth / Unsplash

Der Landrat hat das Geschäft an den Regierungsrat zurückgewiesen. Insbesondere die Rechtsform einer Aktiengesellschaft sorgte für Kritik.

Der Urner Landrat hat am 25. September eine Vorlage über eine Zusammen­arbeit des Kantons und der Gemeinden in Sachen Informatik und E-Govern­ment zurückgewiesen. Er sprach sich zwar für einen gemeinsamen Infor­matik­betrieb aus, forderte von der Regierung aber Alternativen zu einer Aktien­gesell­schaft.
Die Informatik- und E-Government-Strategie des Kantons Uri sieht vor, dass Kanton, Gemeinden und Schulen ihre IT-Ressourcen künftig bündeln, um die Kosten zu senken und die Effizienz zu erhöhen. Dazu braucht es eine gemeinsame Basisinfrastruktur und entsprechende rechtliche Grundlagen.
Die Ressourcen sollten in Form einer gemeinsamen Organisation – der Uri Informatik AG – zusammengeführt werden. Kanton, Gemeinden und Schulen sollten ihren IT-Grundbedarf von der neu geschaffenen Stelle beziehen.
Den Rückweisungsantrag stellte die Finanzkommission (Fiko). Sie bemängelte, dass sich die Regierung ohne die Prüfung von verschiedenen Varianten für eine Aktiengesellschaft entschieden habe. Durch eine AG gehe der politische Einfluss verloren, so der Hauptkritikpunkt der Fiko.

Politische Einflussnahme fehlt

Alle Parteien waren der Meinung, dass eine AG die falsche Rechtsform für einen gemeinsamen Informatikbetrieb sei. Durch die Auslagerung der Verantwortung in eine externe Organisation würden die politischen Prozesse ausgeschaltet, sagte Sylvia Läubli (SP).
Walter Baumann (SVP) fürchtete, dass mit einer AG ein grosser "Verwaltungs­apparat" in Gang gesetzt werde, welcher den Personalbestand ausufern lasse. Flavio Gisler (Mitte) fürchtete eine grosse Kostenzunahme, die ausserhalb des Einflusses des Landrats liege. "Die Mehrkosten tragen dann der Kanton und die Gemeinden."
Ebenfalls oft genannte Argumente waren das Konkurrenzverhältnis einer Uri Informatik AG zu privatwirtschaftlichen Betrieben sowie der "Anschluss­zwang". Die Mitte stellte den Antrag, auf einen Anschlusszwang zu verzichten. So werde den Organisationen nichts aufgezwungen und für die Betriebe entstehe kein Wettbewerbsnachteil, sagte Marcel Jauch (Mitte).

"Zeit der IT-Einzelkämpfer vorbei"

Regierungsrat Urs Janett (FDP) sagte, dass die Zeit der IT-Einzelkämpfer in Uri sowie an anderen Orten vorbei sei. Er bestätigte, dass die neue AG in Konkurrenz zur Privatwirtschaft trete. Es gehe in der Vorlage jedoch um den wirtschaftlichen und effizienten Einsatz von Steuergeldern.
Wenn der Landrat die Oberaufsicht über die Informatik zu sich nehme, hätten die Gemeinden nichts mehr zu sagen. "Die Gemeinden sprachen sich aber für eine Organisation aus, wo sie auf Augenhöhe mit dem Kanton mitreden können."
Das Parlament stimmte dem Rückweisungsantrag mit 54 zu 7 Stimmen zu. Die Regierung muss jetzt nochmals über die Bücher.

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