US-Regierung blockiert die nächste KI

29. Juni 2026 um 09:41
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Foto: Marcel Strauß / Unsplash

OpenAI veröffentlicht GPT-5.6 zunächst nur für ausgewählte Partner. Der Konkurrent Anthropic darf sein zuvor gesperrtes Modell Claude Mythos 5 nach einer Entscheidung der US-Regierung wieder teilweise freischalten.

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI schränkt den Zugang zu seinem jüngsten KI-Modell ein. Zugriff auf die Vorschau-Version von Modellen der GPT-5.6-Reihe bekomme nur eine abgestimmte kleine Gruppe von Partnern, denen man vertraue, teilte OpenAI mit. Die eingeschränkte Veröffentlichung sei von der US-Regierung verlangt worden. Die Freigaben seien zunächst nur in den USA erteilt worden, hiess es von OpenAI.
Man arbeite daran, auch Partnern aus anderen Ländern Zugang zu geben, dies könne bereits kommende Woche passieren. OpenAI sagte zugleich, man glaube nicht, dass solche Zugangskontrollen der Behörden langfristig zur Norm werden sollen. Derzeit sehe man das Einverständnis damit als besten Weg, um in den kommenden Wochen den Zugang zu erweitern.
Beim neuen OpenAI-Modell GPT-5.6 kann die leistungsstärkste Variante mit dem Namen Sol der Firma zufolge eigenständig Aufgaben beim Programmieren sowie in Biologie und Cybersicherheit ausführen. Man habe Schutzvorkehrungen gegen einen Missbrauch getroffen, betonte OpenAI. Zugleich könne man bei Bewertungen nicht jede mehrstufige Attacke berücksichtigen, warnte das Unternehmen.

Auch Anthropic von Exportauflagen betroffen

Unterdessen lockerte die US-Regierung die Beschränkungen für den KI-Entwickler Anthropic. Das Unternehmen darf sein leistungsstarkes Modell Claude Mythos 5 wieder einer begrenzten Zahl vertrauenswürdiger Partner zur Verfügung stellen, wie aus einem Brief des US-Handelsministeriums hervorgeht, welcher der Nachrichtenagentur 'Reuters' vorliegt. Mehr als 100 Unternehmen und Institutionen, darunter zahlreiche Konzerne aus der Fortune-500-Liste, sollen Zugang erhalten.
Zwei Wochen zuvor hatte die US-Regierung Anthropic angewiesen, den Zugang zu den KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 für alle ausländischen Nutzer zu sperren. Als Begründung verwies sie auf die nationale Sicherheit. Betroffen waren nach Angaben des Unternehmens auch ausländische Beschäftigte in den USA und selbst Mitarbeitende von Anthropic. Hintergrund war die Sorge der Behörden, dass Schutzmechanismen der Software umgangen und die Modelle missbräuchlich eingesetzt werden könnten.
Handelsminister Howard Lutnick erklärte im Brief, Anthropic habe gemeinsam mit der Regierung Massnahmen ergriffen, um Sicherheitsrisiken zu verringern. Daher sei für das Modell Claude Mythos 5 für zugelassene Unternehmen und deren ausländische Beschäftigte keine Exportlizenz mehr erforderlich. Für nicht genehmigte Unternehmen gelten die Einschränkungen weiterhin.
Unklar blieb zunächst, wann auch das ebenfalls gesperrte Modell Fable 5 wieder freigegeben wird. 'Reuters' zufolge arbeitet die US-Regierung an einer entsprechenden Lösung.
(Mit Material von Keystone-SDA)

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