Die Geschäfte des chinesischen Technologiekonzerns Huawei laufen vor dem Hintergrund scharfer US-Sanktionen weiterhin schleppend. Nach einem kräftigen Einbruch 2021 stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 0,9% auf 642,3 Milliarden Yuan (85,5 Mrd. Franken).
Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um gut zwei Drittel auf 35,6 Milliarden Yuan (4,7 Mrd. Franken).
Die Umsatzentwicklung von Huawei (in Milliarden Yuan)
Laut Geschäftsbericht investierte Huawei im vergangenen Jahr rund 161,5 Milliarden Yuan (21,5 Mia. Franken) in Forschung und Entwicklung – eine Summe, die rund 25% des Umsatzes entspricht.
Bei der Vorlage der Geschäftszahlen gab sich der derzeit amtierende Vorstandschef Eric Xu kämpferisch: Dieses Jahr werde für das Überleben und die Entwicklung von Huawei entscheidend sein. "Es stimmt zwar, dass wir unter erheblichem Druck stehen, aber wir haben alles, was es braucht, um am anderen Ende wieder herauszukommen", sagte Xu.
"Im Jahr 2022 haben ein herausforderndes externes Umfeld und marktfremde Faktoren das Geschäft von Huawei weiter belastet", sagte Xu nun. "Inmitten dieses Sturms haben wir alles in unserer Macht stehende getan, um die Kontinuität des Geschäfts aufrechtzuerhalten."
US-Sanktionen seit 2019
Die US-Regierung hatte Huawei 2019 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump mit Sanktionen belegt. Als Grund wurden Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit genannt, weil der Netzwerkausrüster und Smartphoneanbieter möglicherweise mit chinesischen Behörden und dem Militär kooperiere.
Huawei hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.Presseberichten zufolge erwägt der aktuelle US-Präsident Joe Biden, die Sanktionen gegen das Unternehmen zu verschärfen. Huawei könnte der Zugang zu Halbleitern wichtiger US-Zulieferer wie Qualcomm oder Intel verwehrt werden. Peking sieht in den Sanktionen einen Versuch der USA, Chinas technologischen und politischen Aufstieg in der Welt zu bremsen.
Als Reaktion auf die US-Massnahmen hat der Konzern in den vergangenen Jahren Tausende westliche Bauteile ersetzt und neue Geschäftsfelder erschlossen. Huawei hatte zum Jahreswechsel den "Krisenmodus" für beendet erklärt. Die US-Sanktionen gehörten zur neuen Realität, betonte Xu damals. Zu den aktuellen Entwicklungen gab er zudem an: "Pflaumenblüten werden in der Regel nach einem strengen Winter noch süsser."