Vor 20 Jahren: Google lanciert E-Mail-Dienst

5. April 2024 um 07:09
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Gmail wird 20 und lässt alle anderen Webmailer verblassen. Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Dall-E / GPT-4

GMX, Bluewin und auch Microsoft mit Hotmail hatten plötzlich ein Problem: Von Google gab es 1 GB Speicherplatz für E-Mails. Der Dienst war von Anfang an besser als alle Bisherigen, lieferte dem Konzern aber auch wertvolle Daten.

Am 1. April 2004 kündigte Google die Lancierung von Gmail an. Auf den ersten Blick schrieb Google damals in der Pressemitteilung völlig selbstlos: "Nutzerbeschwerden über bestehende Dienste" hätten Google dazu veranlasst, einen eigenen, suchbasierten Webmail-Dienst zu lancieren.

Von 50 MB auf 1 GB Speicherplatz

Tatsächlich waren Webmaildienste von Bluewin, GMX oder vergleichbaren Providern damals nicht besonders attraktiv. Das Verschicken und Empfangen von Mails mit über 3 bis 4 MB schweren Dateien war mühsam bis unmöglich. Und nicht selten war man gezwungen, seinen Posteingang regelmässig zu leeren, um überhaupt noch neue E-Mails empfangen zu können. Denn diese Anbieter limitierten den kostenlosen Speicherplatz auf 50 MB (oder noch weniger).
Google bot allen Nutzerinnen und Nutzern von Anfang an 1 GB Speicher gratis an, ein x-faches der Konkurrenz. Darüber hinaus war Gmail viel einfacher und schneller zu bedienen, als alles Bisherige. Das Gesamtpaket war attraktiv, aber dem Konzern ging es, auch wenns gut klingt, nicht primär darum, ein bestehendes Nutzerproblem zu lösen.

Selten finden sich persönlichere Daten als in E-Mails

Vielmehr konnte Google noch mehr (personalisierte) Daten anhäufen und lernen, was Nutzerinnen und Nutzer beschäftigt und interessiert, mit wem sie kommunizieren und auch welche Tippfehler sie häufig machen. Alles mit dem Ziel, noch attraktivere Angebote für die Werbekundschaft schnüren zu können.
In der Zwischenzeit musste Google seinen E-Maildienst in Deutschland und Grossbritannien vorübergehend in Google Mail umfirmieren, da der Name "Gmail" schon von anderen Unternehmen für die kommerzielle Nutzung angemeldet worden war. In beiden Fällen einigte sich Google aussgerichtlich. 226'324 britische Pfund und eine nicht-genannte Summe Euro war es dem Konzern wert, wieder E-Mail-Adressen mit der Endung @gmail.com anbieten zu können.

Gibt es Hotmail noch?

Der Datensammelwut Googles zum Trotz: Der Webdienst ist einfach unverschämt gut und hat für viele Menschen die Verwaltung (mit allem, was dazugehört) von E-Mails einfacher und besser gemacht. Zwar haben zugehörige Dienste wie Talk oder Hangouts nie wirklich eine grosse Nutzerschaft angesprochen, aber beim Thema "E-Mail" dominiert Gmail global und wohl in vielen Ländern der Welt (ausser vielleicht in China). 1,8 Milliarden aktive User und Userinnen sollen laut einer Mailchimp-Auswertung ein Gmail-Konto besitzen und nutzen. Und im gleichen Beitrag fragt der Autor ketzerisch: "Gibt es Hotmail noch?"

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