Vor 28 Jahren: Altavista geht online

22. Dezember 2023 um 08:06
  • kolumne
  • IT-Geschichte
  • Netzwerk
  • F&E
  • Google
image
Foto: Unsplash+

Altavista war Ende der 90er-Jahre die beliebteste Suchmaschine im Internet. Im neuen Jahrtausend wurde der Dienst zuerst von Google verdrängt und später von Yahoo gekauft.

Am 15. Dezember 1995 wurde die Suchmaschine Altavista vorgestellt. Der Dienst wurde von Louis Monier, Joella Paquette und Paul Flaherty im Rahmen des Forschungsprojekts Digital Equipment Corporation (DEC) entwickelt. Die Engine war eine der ersten, die Volltextrecherchen nach relevanten Seiten im Internet durchführen konnte.
Dafür nutzte Altavista einen Ranking-Algorithmus, der Meta-Tags auf HTML-Seiten auswerten konnte. Gleichzeitig wurden Textfragmente indexiert und für die Einordnung der Links auf einer Ranking-Position herangezogen.
Der Dienst bestach insbesondere durch 2 Innovationen, die ihn von der damaligen Konkurrenz unterschieden haben: Zum einen verwendete er einen schnellen Multi-Thread-Crawler, der mehr Websites durchsuchen konnte, als man damals glaubte. Und zum anderen verfügte er über eine effiziente Backend-Suche, die auf moderner Hardware lief.

Rapider Auf- und Abstieg

Altavista wurde schnell zur beliebtesten Suchmaschine im World Wide Web. 1998 wurde aus dem Forschungsprojekt ein eigenständiges Unternehmen. Zuerst wollte sich das Startup zu einer Art Web-Portal transformieren. Als dies nicht gelang, konzentrierte man sich wieder auf die Suche.
Mit dem Ende des Jahrhunderts geriet der Service aber immer stärker von Google unter Druck. Die eigene Suche erfasste deutlich weniger Websites als die der Konkurrenz. Deshalb wurde der Service schlussendlich verdrängt.
Zwar versuchte Altavista noch einmal zurückzukommen, scheiterte jedoch auch mit der Suchmaschine "Raging Search". 2003 wurde das Unternehmen von Yahoo gekauft. Ab 2010 wurden alle Suchanfragen direkt an den Mutterkonzern weitergeleitet. Im Sommer 2013 wurde der Betrieb eingestellt.

Möchten Sie uns unterstützen?

Inside IT steht für unabhängigen und qualitativ hochwertigen Journalismus. Unsere Inhalte sind kostenlos verfügbar und bleiben dies auch weiterhin. Umso mehr würden wir uns freuen, wenn Sie unsere Arbeit und unsere Recherchen mit einem Betrag Ihrer Wahl unterstützen. Vielen Dank!
Jetzt unterstützen


Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Huawei-Hardware kostet die ETH 7,6 Millionen

Die Hochschule erneuert ihre Wlan-Komponenten des Herstellers Huawei. Cancom erhält den Lieferauftrag.

publiziert am 7.10.2026
image

Cisco prämiert 15 seiner Schweizer Partner

Der Netzwerkausrüster hat 15 IT-Unternehmen aus der Schweiz mit "Swiss Partner Awards" ausgezeichnet. Netcloud und Swisscom konnten gleich mehrere Pokale gewinnen.

publiziert am 30.9.2026
image

ETHs verleihen zwei Informatik-Professorentitel

An der ETH Zürich forscht künftig Professor Shawn Shuoshuo Chen zu softwaredefinierten Netzen, an der EPFL Professorin Alexandra Henzinger zu Datenschutz und IT-Sicherheit.

publiziert am 25.9.2026
image

Code & Paragraphen: Was passiert mit dem Social-Media-Profil nach dem Tod?

Zu Lebzeiten sammelt sich einiges an in den sozialen Netzwerken und in der Cloud. Darüber sollte man sich nicht zu spät Gedanken machen, empfiehlt unser Kolumnist Sven Kohlmeier.

publiziert am 24.9.2026