Waadt ergreift Referendum gegen Epic

30. Oktober 2026 um 13:06
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Illustration: Galina Nelyubova / Unsplash+

Wer soll entscheiden, ob das IT-System Epic im CHUV sowie in elf Spitälern der Romandie eingeführt wird? Das Volk. Ein überparteiliches Komitee startet ein Referendum.

In den Debatten im Grossen Rat des Kantons Waadt war es schon angedeutet worden, nun wird es konkret: Ein parteiübergreifendes Komitee startet ein Referendum gegen die Einführung des Klinikinformations-Systems Epic in den Waadtländer Spitälern.
Der Gruppe "Epic Non" gehören IT-Experten, eine Ärztin und eine Kantonsrätin der Grünen an; unterstützt wird sie unter anderem von Swisslinux und der Digitalen Gesellschaft im Waadtland.
Das Gremium anerkennt, dass das heutige System ersetzt werden muss, aber es warnt vor allem vor Datenschutz-Gefahren. "Non à la perte de contrôle sur nos données médicales", so der Slogan – Nein zum Kontrollverlust.

"Zehn Jahre Untätigkeit"

"Ihre privaten Daten gehen Washington nichts an. Ein Anbieter, der dem US-amerikanischen Cloud Act unterliegt, kann gezwungen werden, unsere Daten herauszugeben, unabhängig davon, wo sie gehostet werden – und kein Vertrag ändert daran etwas", heisst es in den Erläuterungen. Und weiter: "Die Dringlichkeit ist real – aber sie ist das Ergebnis von zehn Jahren Untätigkeit." Und Epic sei nicht die einzige Option – es gebe Schweizer und internationale Alternativen. "Man findet immer einen Weg, auch ohne 200 Millionen."
Zu den Forderungen gehören insbesondere die Durchführung unabhängiger Code- und Sicherheitsprüfungen. Auch sei sicherzustellen, dass die Kliniken das Klinikinformationssystem wechseln können, ohne dass sie damit den Verlust ihrer Daten riskieren.
Das Widerstands-Komitee steht nun vor der Aufgabe, bis zum 5. Dezember 12'000 gültige Unterschriften zu sammeln, damit das Waadtländer Stimmvolk über den Kredit von 207 Millionen Franken für das US-amerikanische IT-System abstimmen kann.
Dieser Artikel ist zuerst auf Medinside.ch erschienen.


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