Waadtländer Mediamatik-Lernende weiterhin ohne Ausbildungsplatz

24. August 2026 um 14:16
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Nach der kurzfristigen Auflösung von Vereinbarungen zwischen dem Kanton Waadt und der Branchenorganisation ICT-MR ist für rund 30 Mediamatik-Lernende weiterhin unklar, wie ihre Ausbildung weitergeht.

Der Kanton Waadt hat die Zusammenarbeit mit ICT Médiamatique Romande (ICT-MR), dem Westschweizer Dachverband für Mediamatikerinnen und Mediamatiker, beendet. Die zuständige Direction générale de l’enseignement postobligatoire (DGEP) begründete den Schritt mit Mängeln bei Governance und Steuerung der Organisation.
Das geht aus einem Schreiben der DGEP vom 19. Juni hervor, über das das Online-Medium 'L'Impertinent' (Paywall) berichtet. Demnach fehlten ICT-MR unter anderem die notwendigen organisatorischen Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten, um die ihr übertragenen Aufgaben dauerhaft wahrzunehmen. Konkret sei es um die Koordination der überbetrieblichen Kurse, die Vertretung der betroffenen Berufe sowie die Funktion des Berufsbildungsbeauftragten gegangen.
Die Vereinbarung zur Finanzierung und Koordination der überbetrieblichen Kurse wurde laut dem Online-Medium per 31. Juli 2026 gekündigt. Eine weitere Vereinbarung über den Einsatz des Berufsbildungsbeauftragten endete bereits per 30. Juni.

30 Lernende weiterhin ohne Lösung

Die Folgen der Kündigung sind für die Lernenden unmittelbar. Nach Angaben von '24 Heures' war für rund 20 der 50 betroffenen Lernenden bereits eine Lösung gefunden worden oder in Arbeit. Eine neue Organisation namens ICT-Formation professionnelle de Suisse occidentale (ICT-FPSO) wurde inzwischen mit der Koordination ihrer weiteren Ausbildung betraut. Für die betroffenen Lernenden bleibt damit vorerst eine Übergangssituation bestehen.
Rund einen Monat nach der Auflösung der Vereinbarungen seien aber 30 Lernende weiterhin ohne geklärte Ausbildungslösung. Der Kanton erklärt gemäss der Zeitung, die einzelnen Fälle separat zu behandeln. Familien würden allerdings kritisieren, dass die Situation nicht ausreichend vorbereitet worden sei.
Nicht erst die Auflösung der Vereinbarungen hat Fragen zur Ausbildung aufgeworfen. Laut den Medienberichten gab es bereits seit mehreren Jahren Hinweise auf Probleme bei den überbetrieblichen Kursen. Damit steht neben den aktuellen Problemen bei der Weiterführung der Ausbildung auch die Frage im Raum, weshalb die Schwierigkeiten nicht früher gelöst wurden. Der Kanton begründet seinen Entscheid dagegen mit fehlenden Garantien, dass ICT-MR die übertragenen Aufgaben weiterhin zuverlässig erfüllen könne.

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