Wer sonst? Elca erneuert zentrale Datenplattform für Luzern

12. Februar 2024 um 13:58
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Foto: Unsplash+

4,1 Millionen Franken gehen dafür an den IT-Dienstleister. Die Ausschreibung war ein Steilpass für die Westschweizer.

In einer Ausschreibung hat das statistische Amt des Kantons Luzern einen Dienstleister gesucht, der sich um die Gesamterneuerung der bestehenden Datenplattform "Lureg" kümmert. Sie vereint die Einwohnerplattform, Gebäude- und Wohnungsregister sowie Betriebs- und Unternehmensregister und bildet die Datenbasis "für die Erleichterung administrativer, gesetzlich verankerter Aufgaben, für die Umsetzung von E-Government-Projekten und für statistische Aufgaben", wie es im Pflichtenheft zur Ausschreibung heisst.
Lureg gibts schon eine Weile: Die von Elca entwickelte Plattform ist seit dem 1. April 2010 produktiv im Betrieb. Zahlreiche kantonale und kommunale Organisationen wie Ämter, Kesb, Gerichte oder Einwohnerkontrollen haben Zugriff auf das System. Zudem sind 16 verschiedene Fachapplikationen via Web-Service-Schnittstelle an Lureg angebunden. Im Pflichtenheft heisst es: "Ein IT-Architektur-Umbau der bestehenden Lösung von Lureg, ein Austausch der veralteten Komponenten und eine Erneuerung der Programmcodes wären gemäss Einschätzung von Elca und der Auftraggeberin sehr komplex und aufwendig." Aber an der Ausschreibung sei der IT-Dienstleister nicht beteiligt gewesen, weshalb dieser auch mitmachen durfte.

Vier Offerten

Jedenfalls hat sich der Kanton gegen eine freihändige Vergabe entschieden und einen Dienstleister gesucht, mit dem ein Vertrag "über eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren abgeschlossen" wird. Wer den Auftrag erhält, muss sicherstellen, dass der "Betrieb ohne produktiven Unterbruch von der alten in die neue Lösung überführt wird, die bestehenden Schnittstellen zu den Nutzern weiterhin verfügbar bleiben und der Datenbezug des Lureg muss ohne produktiven Unterbruch sichergestellt werden", so steht es im Pflichtenheft
Trotz des offensichtlichen "Heimvorteils" von Elca als Entwickler der Lösung haben sich insgesamt vier Dienstleister an der Ausschreibung beteiligt. Genützt hat es wenig: Elca erhielt den Zuschlag über 4,1 Millionen Franken. Dies, weil die Firma "das vorteilhafteste Angebot eingereicht" hatte.

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