Werbefreies Facebook für ein Zehnernötli im Monat?

3. Oktober 2023 um 07:16
  • technologien
  • Regulierung
  • datenschutz
  • meta
  • Facebook
image
Foto: Screenshot Video, SNB

Einem Bericht des 'Wall Street Journals' zufolge werden die Pläne zu kostenpflichtigen Abos aus dem Hause Meta konkret.

Die seit Anfang September kursierenden Gerüchte, wonach Meta Abomodelle für Facebook und Instagram erwäge, scheinen sich zu bewahrheiten: Laut einem Bericht des 'Wall Street Journals' sollen die Angebote 10 Euro im Monat kosten. Diesen Preis habe der Mutterkonzern Meta in Vorschlägen an Regulierer genannt, schrieb die Wirtschaftszeitung.

Zusatzkosten für Zweitaccounts und Mobile-Apps

Für einen weiteren verknüpften Account – also zum Beispiel, wenn jemand sowohl Facebook als auch Instagram werbefrei nutzen will – sollen demnach zusätzlich sechs Euro fällig werden.
Die werbefreie Nutzung der Smartphone-App solle 13 statt 10 Euro kosten, hiess es unter Berufung auf informierte Personen. Damit würde Meta die Nutzer die Abgabe bezahlen lassen, die Apple und Google als Betreiber der App-Stores vom Kaufpreis einbehalten.
Meta würde mit den Bezahl-Abos auf die veränderte Datenschutz-Lage in Europa reagieren, so der Bericht. Nach Gerichtsurteilen und Entscheidungen von Regulierern wird unter anderem strikter durchgesetzt, dass für die Verwendung von Daten der Nutzer zur Personalisierung der Werbung deren Erlaubnis erforderlich ist. Auch dürfen Daten aus verschiedenen Diensten unter dem Dach eines Konzerns nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer kombiniert werden.

Bedenken der Behörden sollen ausgeräumt werden

Bei Meta glaube man, dass mit einer werbefreien Version Bedenken von Regulierern eingedämmt werden könnten, schrieb die 'New York Times' bereits Anfang September. Das 'Wall Street Journal' berichtet nun erstmals über Metas Preisvorstellungen.
Im vergangenen Quartal machte allein Facebook in Europa einen Umsatz von 17,88 Dollar pro Nutzer, fast ausschliesslich mit Werbung. Das wären weniger als sechs Euro im Monat – allerdings sind in der Durchschnitts-Zahl auch einige Länder ausserhalb der EU enthalten, in denen die Anzeigenerlöse pro Nutzer niedriger als in der Union liegen dürften.
Der Konzern hatte bisher stets kostenpflichtige Abos abgelehnt, mit der Begründung, dass seine Dienste für alle nutzbar sein sollen. Dem 'Wall Street Journal' zufolge ist noch unklar, ob die Behörden in Brüssel und am europäischen Meta-Sitz Irland den Vorschlag akzeptieren. Sie könnten auch einen kostenlosen Zugang zu den Diensten für Nutzerinnen und Nutzer verlangen, die keine Zustimmung zur Verwendung ihrer Daten für die Personalisierung von Anzeigen geben.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Seco mietet sich in RZ von NTS ein

Das Staatssekretariat für Wirtschaft schliesst ein eigenes Rechenzentrum. Zum Preis von 10,8 Millionen Franken wird ins RZ "Colobern Nord" gezügelt.

publiziert am 8.10.2026
imageAbo

Huawei-Hardware kostet die ETH 7,6 Millionen

Die Hochschule erneuert ihre Wlan-Komponenten des Herstellers Huawei. Cancom erhält den Lieferauftrag.

publiziert am 7.10.2026
imageAbo

Aussendepartement ersetzt IAM-Lösung

Das Departement sucht eine Nachfolge-Software für den Microsoft Identity Manager. 2027 soll mit der Ablösung begonnen werden.

publiziert am 6.10.2026
image

Parlamentarische Gruppe KI formiert sich

Im Vorfeld der Vernehmlassung zur Schweizer KI-Regulierung und des Gipfeltreffens in Genf haben 30 Mitglieder von National- und Ständerat eine Parlamentarische Gruppe KI gegründet.

publiziert am 5.10.2026