Wettbewerbskommission zu Risiken und Chancen von KI

1. April 2026 um 09:02
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Der Sitz der Weko. Foto: Weko

Wenn Künstliche Intelligenz im Wettbewerb mitmischt.

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat sich mit den Auswirkungen von KI-Systemen auf Märkte und den Wettbewerb beschäftigt. Zu ganz klaren Erkenntnissen ist sie dabei aber anscheinend nicht gelangt. Überall sieht sie Für und Wider, Chancen und Risiken. Klare Leitlinien für eine Regulation stellt sie nicht auf.
In den Augen der Weko sei es wegen der sich rasch entwickelnden KI wichtig, das Kartellrecht vorausschauend und umsichtig anzuwenden, erklärte sie anlässlich der Vorstellung ihrer Jahresbilanz. Zu frühe Eingriffe könnten Potenziale für Innovationen schwächen. Werde hingegen zu spät gehandelt, könnten sich Strukturen verfestigen, die dem Wettbewerb schadeten.
Um den Wettbewerb zu schützen, müssten deshalb die Entwicklungen laufend verfolgt werden, im Austausch mit zuständigen Stellen im In- und Ausland.
Künstliche Intelligenz könne den Wettbewerb stärken, indem sie menschliche Arbeit effizienter macht. Umgekehrt könne sie aber auch zu Risiken durch Konzentration führen, und sie könne mit dem algorithmischen Festsetzen von Preisen den Wettbewerb beeinflussen.

Menschliche Arbeit verbessern

Generative KI könne menschliche Arbeit verbessern, so die Weko, weil sie laufend dazulerne, neue Inhalte wie beispielsweise Texte und Bilder generieren und Routinearbeiten ersetzen könne, wie die Kommission schreibt. Auch die Weko selber wolle auf KI zurückgreifen, nicht zuletzt, um allfällige kartellrechtliche Problemstellungen besser verstehen zu können.
Für Konsumentinnen und Konsumenten könne KI die Auswahl erhöhen, indem sie zum Beispiel das geeignetste Angebot ausfindig macht. Mit KI könnten umgekehrt aber auch Märkte gezielt abgeschottet werden, indem der Zugang zu Technologien gesperrt werde.
Bei KI-Basismodellen sieht die Weko Grosse im Vorteil. Diese Modelle neigten zu starker Konzentration, weil sie Spezialwissen und viel Rechenleistung benötigten. Zurzeit sei die Entwicklung im Markt offen und dynamisch. Viele Modelle wie ChatGPT, Gemini und Claude seien verfügbar, und es entstünden weiterhin neue.

KI als Preismanipulator

Mit Risiken behaftet ist laut der Kommission die Tatsache, dass KI mit Algorithmen beim Festsetzen von Preisen mitmischen kann. Zwar könne sie innovative Wege einschlagen, aber eben durch autonomes Lernen möglicherweise zu unerlaubten Absprachen beitragen. Sollte es dafür Anzeichen geben, will die Weko eingreifen.
Dank KI könnten Algorithmen autonom lernen und sich damit optimieren, mindestens unter Laborbedingungen. Es ist laut der Weko denkbar, dass KI-Algorithmen selbstständig Preise aneinander anpassen. Damit würden höhere Preise erzielt als unter normalen Wettbewerbsbedingungen zu erwarten wäre. Ob dieses Risiko in der Realität relevant sei, bleibe aber abzuwarten.

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