Wie der Bundesrat Vertrauen in KI stärken soll

17. März 2026 um 14:39
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Foto: Carmela Odoni / Parlamentsdienste

Der Nationalrat debattierte und entschied über ein Postulat, das einen Standard für öffentliche Daten rund um KI fordert.

In der Frühjahrssession diskutierte und befand der Nationalrat über das Postulat "Vertrauenswürdige KI durch qualitativ hochstehende Datensätze stärken". Eingereicht wurde dieses durch Katja Christ (GLP/BS). Der Nationalrat nahm das Postulat mit 125 zu 61 Stimmen an.
Die Nationalrätin stellte in ihrem Votum fest, dass KI nur so gut wie die Daten sei, mit denen sie trainiert wird. Das schaffe Vertrauen: "Die Bevölkerung wird KI nur vertrauen, wenn klar ist, worauf sie basiert." Dieses Vertrauen entstehe durch nachvollziehbare, repräsentative und zugängliche Datensätze.

Bestehende Fundamente

Forschung und Unternehmen greifen häufig auf Datensätze mit Lücken oder unterrepräsentierten Gruppen zurück, so Christ weiter. Insbesondere für Startups und KMU sei die Beschaffung von hochwertigen Datensätzen eine Hürde. Würde der Staat für qualitative Daten sorgen, würde "ein echter Wettbewerbsvorteil" entstehen.
Als Beispiele für öffentliche Daten nannte Christ die Plattform opendata.swiss und die Geschäftsstelle Open Government Data (OGD). Letztere lancierte im Jahr 2025 ein Dashboard für Datenqualität. Christ zufolge seien OGD und opendata.swiss wichtig für die Transparenz, würden aber für KI-Trainingsdaten nicht ausreichen. Der nächste Schritt müsse von "offen" zu "offen und qualitätsgesichert" gehen. Als federführendes Beispiel dazu erwähnte die Nationalrätin das offene Sprachmodell Apertus.

Datenstandards keine Aufgabe des Bundesrats

Erich Hess (SVP/BE) stimmte der Forderung nach vertrauensvoller KI zu. Auch mit der Veröffentlichung von Staatsdaten zeigte er sich zwar einverstanden, aber "das braucht nicht der Staat zu regeln". Als weiteres Gegenargument lieferte er die schnelleren Entwicklungszeiten der Marktwirtschaft gegenüber den Prozessen von National- und Bundesrat.
Das Parlament könne hier nicht über richtig und falsch entscheiden und sei auch keine Zensurbehörde, fand Hess. Es sei wichtig, dass man die Meinungsfreiheit gelten lasse und nicht "gewisse Dinge aus der KI verschwinden zu lassen, weil es rassistisch, sexistisch und diskriminierend sei".

Bundesrat äussert sich

In ihrem Postulat beauftragte Christ den Bundesrat, Massnahmen zu prüfen, mit denen der Aufbau von qualitativ und quantitativ hochstehenden Trainingsdatensätzen für KI-Modelle unterstützt werden könne.
Uvek-Vorsteher Albert Rösti sagte in der Session, dass der Bundesrat diesen Bericht erstellen könne. Es gehe dabei nicht um eine Zensur. Vielmehr biete das Postulat die Möglichkeit, die notwendigen Grundlagen für den Aufbau von wirkungsvollen KI-Modellen zu schaffen. Deshalb empfehle der Bundesrat, das Postulat anzunehmen.

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