Wird Google zerschlagen?

9. Oktober 2024 um 08:45
  • politik & wirtschaft
  • Regulierung
  • Justiz
  • USA
  • Google
image
Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Die US-Regierung denkt über Massnahmen gegen den Konzern nach. Sie könnte unter anderem die Abspaltung von Chrome und Android fordern.

Die US-Regierung erwägt, vor Gericht die Zerschlagung von Google zu fordern. Das US-Justizministerium erwähnte in einem Zwischenbericht zu seinen Überlegungen mögliche "strukturelle Massnahmen" – also eine erzwungene Trennung von Unternehmensteilen.
Google hatte in dem Prozess Anfang August eine empfindliche Niederlage gegen die US-Wettbewerbshüter erlitten. Ein Richter in Washington urteilte, der Konzern habe ein Monopol bei der Internet-Suche und es mit unlauteren Mitteln gegen die Konkurrenz verteidigt. Google will gegen das Urteil in Berufung gehen.

Milliardenzahlungen im Fokus

Im Mittelpunkt des Verfahrens standen die milliardenschweren Deals, mit denen sich Google jahrelang den Platz als voreingestellte Suchmaschine sicherte, etwa im Web-Browser Safari auf Apples iPhones oder bei Firefox.
Der Richter Amit Mehta kam bei seiner Analyse des Falls zunächst zum Schluss, Google habe ein Monopol im Suchmaschinenmarkt. Dafür spreche unter anderem, dass der Konzern Preise für Werbekunden erhöhen könne, ohne negative Folgen zu befürchten.
Die Deals, mit denen Google zur Standard-Suchmaschine auf iPhones und in anderen Browsern wurde, hätten diese Marktposition zementiert – und das sei für einen Monopolisten verbotenes Handeln gewesen, urteilte Mehta. Zugleich betonte er in seinem rund 280 Seiten langen Urteil mehrfach, dass Google anderen Suchmaschinen überlegen sei.

Regierung sieht auch Problem bei KI

Aktuell wird im Verfahren über mögliche Konsequenzen aus dem Urteil beraten. Das Justizministerium machte hauptsächlich allgemeine Angaben zu seinen Überlegungen. Es schrieb aber, man wolle mit Verhaltensregeln und strukturellen Massnahmen verhindern, dass der Internet-Konzern unter anderem seinen Web-Browser Chrome, den Google Play Store und das Smartphone-System Android zum Vorteil seines Suchmaschinen-Geschäfts einsetzen könne.
Auch könnte die US-Regierung vorschlagen, dass Google mehr Informationen zu seiner Suchmaschine mit Konkurrenten teilen soll. Sie macht sich zudem Gedanken darüber, wie die Position von Websites gegenüber Google gestärkt werden könnte, wenn es um die Verwendung ihrer Daten zum Training von Software mit Künstlicher Intelligenz geht.

Google warnt vor negativen Folgen

Google kritisierte, die Regierung scheine weitreichende Massnahmen ins Auge zu fassen, während es in dem Fall um Vertriebsdeals gehe. Dies könne ungeplante Konsequenzen für Verbraucher, Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit der USA haben, warnte der Konzern in einem Blogeintrag.

Loading

Mehr zum Thema

image

Millionen für neues IT-Meldesystem des BAG

Der Bundesrat hat 45,3 Millionen Franken für eine neue digitale Plattform zur Überwachung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten freigegeben. Das System soll 2034 fertig sein.

publiziert am 12.6.2026
imageAbo

Solothurn erneuert IT-System für Gefängnisse

Cancom liefert eine neue Lösung für die Verwaltung der Gesundheitsdaten in den kantonalen Gefängnissen. Das bisherige System von CGM wird abgelöst.

publiziert am 12.6.2026
image

SpaceX schafft Rekord-Börsengang

Die Weltraumfirma von Technologie-Unternehmer Elon Musk schafft den bisher grössten Börsengang der Geschichte. Die Geschäftszahlen stehen in starken Kontrast zum Börsenwert.

publiziert am 12.6.2026
image

Strafverfolger schalten Geldwäschedienst für Ransomware ab

Internationale Behörden unter Beteiligung des Fedpols haben die Plattform "AudiA6" zerschlagen. Über diese wurden Millionen in Kryptowährungen gewaschen.

publiziert am 12.6.2026