Xplain ist verkauft

17. Oktober 2024 um 07:50
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Das Büro von Xplain in Interlaken. Foto: Jag9889 / Wikimedia / Lizenz: CC BY-SA 4.0 Deed (zugeschnitten)

Die deutsche Chapters Group übernimmt sämtliche Anteile der Schweizer Softwarefirma. Nach dem schwerwiegenden Cyberangriff könne man jetzt "ein neues Kapitel aufschlagen".

Schon länger wird in der Branche gemunkelt, dass Xplain auf der Suche nach einem Käufer ist. Dies überrascht nicht, denn die Firma aus Interlaken hat nach dem folgenreichen Cyberangriff einen schweren Stand. Jetzt wurde mit der Chapters Group ein Käufer gefunden. Die deutsche Firmengruppe werde 100% der Xplain-Anteile übernehmen, heisst es in einer Mitteilung.
Wie Xplain weiter schreibt, würden beide Unternehmen eigenständig fortgeführt. Der Schweizer Softwareanbieter ist auf Kunden im öffentlichen Bereich, insbesondere für Justiz-, Sicherheits- und Migrationsbehörden spezialisiert. Man werde unter dem neuen Dach sämtliche Projekte fortsetzen, schreibt Xplain.
Für die Chapters Group bedeutet der Kauf einen Ausbau des Portfolios, gerade mit Blick auf die durch das Grossprojekt Justitia 4.0 vorangetriebene Digitalisierung. Mit seinen Applikationen, dem Kundenstamm und der Expertise im Homeland-Security-Bereich passe Xplain "hervorragend" zur Branchensoftware-Strategie von Chapters, sagt Marc Maurer, Geschäftsführer von Chapters Software Switzerland.

Neuer CEO gesucht

Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, bleibt das bestehende Team bei Xplain. Auch die Gründer und bisherigen Inhaber Andreas Löwinger und Jürg Wiedmer werden unter der neuen Muttergesellschaft an Bord bleiben. Löwinger will seinen CEO-Posten behalten, bis die Suche nach einer Nachfolge abgeschlossen ist.
"Mit der breit aufgestellten und langfristig agierenden Chapters Group haben wir eine ideale Eigentümerin für Xplain gefunden. Nach dem Neuaufbau aller Systeme wegen des Cybervorfalls können wir ein neues Kapitel aufschlagen und unter einem grösseren Dach mit strategischen Partnern wichtige Digitalisierungsprojekte im Justizbereich angehen", sagt Löwinger in der Mitteilung.
Update: 18. Okotber: Wir haben mit den Verantwortlichen über die Übernahme und Zukunftspläne, aber auch über die vorbelastete Vergangenheit gesprochen.

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